Ich hatte zu rasch gezielt meiner Sache ganz sicher zu sein, und mochte wohl etwas kleinlaut aussehn.
»Aber um Gottes Willen, haben Sie ihn denn nicht gesehn, wie er da hinter dem Steine stand? – breit – so Sie hätten ihn mit einem Stein todtwerfen können.«
»Aber ich stak ja auch hinter den Steinen, Ragg, und konnte ihn von dort aus nicht sehn.«
»O Jesus, o Jesus!« lamentirte der Jäger und schlenkerte den Kopf herüber und hinüber.
Der scharfe Pfiff einer Gemse, oben aus den Laatschen antwortete ihm.
»Na ja, da geht er hin – dem thut kein Haar weh!«
»Aber wollen wir nicht einmal auf den Anschuß sehn? Ich muß ihn getroffen haben.«
Ragg erwiederte Nichts, seufzte nur tief auf, drückte den Hut – den er abgenommen hatte sich bequemer kratzen zu können – wieder auf den Kopf, warf sich die Büchse um und stieg mit einer Miene die steile Wand hinauf, als ob er hätte sagen wollen: – »Na ja, nachsehn muß ich, das ist meine Schuldigkeit, aber die Gemse die ich da oben finde, freß ich mit Haut und Haar.«
»Und soll ich nicht mitgehn, Ragg?«
Er schüttelte mit der Hand – das gewöhnliche Zeichen für nein unter den Jägern und setzte dann, sich halb umdrehend hinzu – »es geht sich hier nicht besonders bequem, und wir müssen doch nachher an die andere Seite der Klamm hinüber.« –