»Und glauben Sie wirklich, daß mir das als Schauspieler verloren wäre?« lächelte Rebe. »Hier gerade kann es mir bedeutend nützen, und wenn meine Liebe zur Kunst...«
»Jetzt hören Sie auf,« schrie Pfeffer – »Liebe zur Kunst – wenn ich den Blödsinn nur nicht mehr hören müßte – Liebe zur – ich hätte bald 'was gesagt, Herr Horatius! – Apropos, ist der Horatius etwa Ihr Theatername, und glauben Sie, daß er sich besonders hübsch auf dem Zettel ausnehmen soll, wenn es zum Beispiel heißt: Horatio, Herr Horatius Rebe?«
»Ich bin so getauft,« lächelte der junge Mann, »und – möchte mich doch auch nicht gern wieder umtaufen.«
»Aber Sie haben doch, zum Teufel, auch noch andere Namen!« rief Pfeffer. »Weshalb nehmen Sie nicht einen von denen?«
»Allerdings, Herr Pfeffer,« sagte Rebe etwas verlegen, »aber die anderen klingen eben auch nicht besser. Ich heiße mit meinem vollen Namen Horatius Scipio Quintus.«
»Nanu bitt' ich aber zu grüßen!« rief Pfeffer erstaunt. »Weiter nichts?«
»Mein Vater war ein armer Schullehrer,« fuhr Rebe fort, »der für die Alten schwärmte – er ist lange todt,« fügte er leise hinzu, »und ich mochte ihn nicht dadurch noch im Grabe kränken, daß ich den ihm einst lieb gewesenen Namen verwarf.«
»Sehr ehrenwerth, Herr Horatius Cocles – Rebe, wollt' ich sagen,« brummte Pfeffer, »aber ich glaube, Sie haben Ihren todten Papa noch viel mehr damit gekränkt, daß Sie unter die Komödianten gegangen oder, wenn Ihnen der Ausdruck besser gefällt, Mime geworden sind. Keinesfalls hätten Sie zu studiren gebraucht, um ein schlechter Schauspieler zu werden.«
»Aber ich hoffe ein guter zu werden, Herr Pfeffer.«
»Da haben wir wieder die Hoffnung, und indessen beschäftigen Sie sich mit Hinaustragen von Stühlen und Ableiern von kleinen Rollen!«