An dem einen Loche im Vorhang stand Pfeffer und betrachtete sich das Publikum. »Donnerwetter,« sagte er zu dem neben ihm stehenden Barthel, der den Geist spielte und sich völlig aschgrau gemalt hatte, »heute wird's voll! Was so ein Prinz ziehen kann – den werde ich mir zu meinem Benefiz engagiren. Aber auf dem ersten Rang sieht's noch bös aus; da geht noch verdammt viel Luft durch.«

»Heute ist ja ein großes Fest bei Monfords draußen,« sagte der Geist, »von ich weiß nicht wie viel Personen, und alle aus der haute volée. So viel Derartige haben wir nicht, daß wir sie im Theater nicht spüren sollten. Was hat denn der Rebe mit dem Director?«

»Was weiß ich,« meinte Pfeffer, »wird wahrscheinlich den Hamlet spielen wollen.«

»Na, so gut wie der Handor, glaub' ich, spielt er ihn auch...«

»Wißt Ihr's schon? Rebe spielt den Hamlet,« zischelte in diesem Augenblick Höfken, der den Polonius gab, indem er Pfeffer an der Schulter faßte.

»Der Teufel wird ihn doch nicht plagen!« rief dieser, ordentlich erschreckt.

»Bei Gott, da stürzt er schon nach der Garderobe!«

In dem Augenblick kam, während unten im Orchester, sehr zum Erstaunen des Publikums, ein lustiger Tanz gespielt wurde, Peters hinter den Coulissen mit einem ganzen Arm voll Blumen und Kränzen vorgestürzt.

»Meine Herren, Bühne frei!« rief der Regisseur – »der Vorhang geht auf!« – Alles stob rasch auf die Seite und hinter die Coulissen.

Mauser saß unten im Souffleurkasten und wußte von alledem, was oben auf dem Theater vorging, gar nichts, war aber sehr erstaunt, als auf einmal Fräulein Bellachini herausschwebte und mit unbeschreiblicher Grazie ihre zarten Glieder nach seinem Kasten hinüberwarf. Aber Krüger, der Director, ohne dieser ersten Größe auch nur einen Blick zu schenken, hatte den Theaterdiener an einem Knopf gefaßt, und ihn mit sich nach dem Conversationszimmer ziehend, fragte er hastig: