»Da lies, mach' Dir ein Vergnügen,« sagte Fräulein Bassini, »hier, von Herrn Doctor Strohwisch, Deinem guten Freund.«

»Meinem guten Freund?« brummte Pfeffer, indem er das Blatt nahm und leise vor sich hinmurmelnd an zu lesen fing.

»Und habt Ihr schon gehört,« fuhr indessen Fräulein Bassini fort, um ja keine Zeit zu versäumen, »daß sich des Lumps, des Handor wegen die beiden jungen Grafen von Monford und Bolten gestern duellirt haben und Graf Bolten den Andern todtgeschossen hat?«

»Oh Du lieber Gott,« stöhnte Auguste, »die armen Eltern!«

»Ja, das ist nun nobel,« sagte die Schwester, »damit geben sie einander die Ehre wieder, daß sie sich abschlachten. Die ganze Stadt ist voll davon.«

»Und so reiche, vornehme Leute!«

»Ja, wie gut könnten die es haben; aber ob es wohl Jemand einmal weiß, wenn es ihm wohl ist. Gott bewahre, immer will er's noch wohler haben, bis er zuletzt drin sitzt. So reiche Menschen; sie sitzen ja im Geld, sie wissen nicht wie tief, und silberne Spucknäpfe sollen sie in den Zimmern haben; aber Hochmuth kommt vor dem Fall.«

»Alle Teufel!« rief Pfeffer, der indessen die Einleitung überflogen hatte und jetzt zu dem Kern des Ganzen kam. Jeremias stand neben ihm und sah ihm über die Schulter in's Blatt.

»Oh Du Lumpenkerl!« murmelte er leise vor sich hin, und ballte schon in Gedanken die Faust.

»Das ist ja ein sauberer Patron!«