»Wie wunderbar das in der Welt ist,« sagte er, »daß Eines Glück des Andern Elend birgt! Während durch jenes Menschen Flucht Ihr junger Freund Lorbeern erntet und sich eine Existenz erringt, geht auf der andern Seite darüber ein altes edles Haus zu Trümmern.«
»Ja, Du lieber Gott,« sagte Jeremias achselzuckend, »wie manches edle Haus wird auch mit dem Untergang vieler armen Familien aufgebaut! Wer kann's ändern? Der Himmel helfe dem nur, den's trifft; wir Anderen schwimmen indessen sachte weiter. Aber, Herr Graf, was ich Sie fragen wollte: gehen Sie heut Abend in's Theater?«
»Ich hatte nicht die Absicht, Jeremias. Meine arme Helene fühlt sich noch recht angegriffen, und ich selber bin, aufrichtig gestanden, gerade nicht in der Stimmung, Komödie zu sehen.«
»Sollte mir sehr leid thun,« sagte Jeremias, »ich hatte fest auf Sie gerechnet.«
»Auf mich?«
»Ja, und Ihnen auch schon ein Billet besorgt für den ersten Rang.«
»Für mich?« lachte Felix. »Aber, bester Jeremias, wenn ich das Theater besuchen wollte, würde ich mir doch das selber besorgen.«
»Kriegen aber keins mehr,« rief Jeremias, »das ist ja gerade die Geschichte, nicht um eine Million; Alles ausverkauft bis in die Puppen hinauf.«
»So voll wird es?«
»Na, da kommen Sie schön an; die eine Hälfte von Haßburg sitzt drin und die andere steht vor der Thür.«