»Ja, bester Vater,« lachte George, »ich habe jetzt drei Pferde zuzureiten, und das kann ich doch nicht hier im Park thun. Der Fingal macht mir am meisten zu schaffen.«
»Aber es ist ein vortreffliches Pferd,« nickte der Vater, »Du hast da einen guten Kauf gemacht, halte ihn nur auch gut.«
»Wie meinen Augapfel, Papa,« lachte der junge Mann. »Also auf Wiedersehen in der Stadt!« und war im nächsten Augenblick verschwunden.
Paula blieb mit ihren Eltern allein im Zimmer, denn Mademoiselle Beautemps trank keinen Kaffee und benutzte diese kurze Zeit stets, um in ihrem Zimmer ein Viertelstündchen Siesta zu halten, worin sie Paula niemals störte. Sie wollte jetzt ebenfalls das kleine, freundliche Gemach verlassen, als der Vater, der mit auf den Rücken gelegten Händen auf und ab gegangen war, leise sagte:
»Paula!«
»Mein Vater!«
»Ich und Deine Mutter möchten ein paar Worte mit Dir reden.«
»Mit mir, Vater?«
»Ja, mein Kind,« sagte der alte Herr, indem er vor ihr stehen blieb, ihr leise mit der rechten Hand das Kinn emporhob und freundlich fortfuhr: »Sieh, mein Schatz, Du bist nun schon vor zwei Monaten siebzehn Jahre alt geworden und – eben kein Kind mehr...«
»Mademoiselle Beautemps betrachtet mich aber noch als ein solches,« sagte fast unbewußt Paula, denn ein schmerzhaftes, gleichsam eisiges Gefühl schnürte ihr in dem Augenblick beinahe die Brust zusammen. Sie ahnte, was folgen würde.