»Pfeffer heißt er, Schauspieler Pfeffer – er ist Komiker hier beim Theater, und ein tüchtiger Komiker, das muß ihm der Neid lassen.«

»Aber, verehrtes Fräulein,« sagte Rottack, der aus der Verwandtschaft nicht klug werden konnte, »wenn Herr Pfeffer der Bruder jener Dame und jene Dame ihre Schwester ist, so wäre Herr Pfeffer doch eigentlich auch Ihr Bruder?«

»Ja, das ist er auch,« versicherte Fräulein Bassini.

»Aber Bassini und Pfeffer...«

»Oh, die Namen meinen Sie – ja, lieber Gott,« sagte die Dame, »am Theater kann man da nicht immer genaue Ordnung halten, und Pfeffer klingt recht gut für einen Komiker, aber nicht für eine Dame oder gar eine Primadonna, die nun schon einmal in unserer Zeit eine italienische Endung haben muß. Unsere Mutter aber, eine geborene Bassenich, war Primadonna und nannte sich einfach Bassini – und nach ihrer Verheirathung Pfeffer-Bassini, wonach wir Töchter den Mutter- oder Mädchennamen der Mutter beibehielten und Fürchtegott Pfeffer blieb.«

»Fürchtegott?«

»Mein Bruder, der Komiker.«

»Und Ihre Frau Schwester wohnt also bei Ihrem Herrn Bruder?«

»Ja wohl, Neumarkstraße Nummer 23, der Eingang ist auch von der Promenade, ganz dicht am Theater – jedes Kind zeigt Ihnen das Haus. Aber nun, bitte, Herr Graf,« fuhr Fräulein Bassini fort, indem sie sich etwas zur Seite bog, um auch einmal einen vollen Blick auf den schweigsamen Begleiter des jungen Mannes zu erhalten, der sich, so weit das möglicher Weise anging, hinter diesen gedrückt hatte – »sagen Sie auch, was das für eine Bewandtniß mit jenem Menschen, jenem Stelzhammer, hat?«

»Stelzhammer, mein Fräulein?« sagte Rottack, der ganz verwirrt zwischen den vielen Namen wurde.