Das paßte ihm und er bestellte, daß er dann morgen früh etwa um ¾8 Uhr geweckt würde, und einen starken heißen Kaffee vorfände. Die Mamsell versprach Alles aufs beste zu besorgen.


[5.]
Das grüne Zimmer.


„Gott sei Dank, der Tag war überstanden!“ murmelte der Commerzienrath leise vor sich hin, als er mit dem Sitzkissen in der einen und seinem Regenschirm und Rock in der andern Hand, von der Mamsell gefolgt, die den Reisesack und das Licht trug, die Treppe hinaufstieg, zu dem „grünen Zimmer“; „nun die Nacht gut geschlafen, und der Mensch kann seine Reise morgen mit frischen Kräften fortsetzen. — Ach, ist dies das grüne Zimmer?“ unterbrach er sich, als seine Führerin eine Art kleiner Bodenkammer aufstieß und ihn bat näherzutreten, „hm, das ist sehr einfach.“

„Ja, wir sind freilich ein wenig hier mit Raum beschränkt, Herr Mahlhuber“, sagte die Mamsell, und der Commerzienrath drehte sich rasch und fast erschrocken nach ihr um. In dem Augenblick fiel ihm aber das Fremdenbuch ein und er nickte zustimmend mit dem Kopfe, als die Mamsell fortfuhr das Zimmer zu entschuldigen und nun das Bett dagegen zu loben, in dem Herr Mahlhuber schlafen würde wie in Abraham’s Schoos.

Mit einem etwas dunkeln Begriffe, wie das eigentlich sein würde, legte er seine Sachen ab, öffnete das kleine Fenster, das aufs Dach hinaussah, und schloß es gleich wieder, hob die schwere Federbettdecke auf und legte sie mit einem prüfenden, etwas mistrauischen Blicke zurück und sah dann das Licht an, das die Mamsell auf den Tisch gestellt hatte, sich dann nach der Thür zurückziehend, wo sie auf irgendeinen Befehl oder vielleicht auf ein Lob für das vortrefflich eingerichtete Lager zu warten schien. Dem Commerzienrath war es aber nur um Ruhe zu thun, und er fing an sich den Rock aufzuknöpfen, während er über die Schulter weg einen Blick nach der Wirthin warf, ob dieser das Zeichen noch nicht deutlich genug sei.

„Nun, Herr Mahlhuber, ist Alles in Ordnung?“ sagte diese endlich, nicht im Stande den Platz ohne eine beifällige Anerkennung zu verlassen, „ist es zu Ihrer Zufriedenheit?“

„Vollkommen; schlafen Sie recht wohl!“ sagte der Commerzienrath.

„Wünsche angenehme Ruhe!“ sagte die Mamsell, „und wenn Sie mit dem Lichte fertig sind, möchte ich Sie freundlichst gebeten haben, es nur dort an die Thür zu stellen, ich hole es mir später. — So, lassen Sie sich etwas Angenehmes träumen“, setzte sie mit ihrem verbindlichsten Lächeln hinzu und verschwand dann, von einem leise gebrummten Danke des Gastes begleitet, wie sie gekommen.