„O um Gottes Willen hören Sie auf“, bat ihn der Commerzienrath, dem es schon bei dem Gedanken an eine so furchtbare Verwundung wie mit Messerstichen vom Wirbel bis in die Fußzehen schoß, „das geht Einem durch Mark und Bein.“

„Was denn?“ fragte der Conducteur erstaunt.

„Nun, daß Sie in so scharfes Glas getreten sind“, sagte, immer noch sichtlich schaudernd, der Commerzienrath.

„Ich?“ fragte der Conducteur erstaunt, „ich bin hineingetreten?“

„Aber Sie erzählten uns doch eben —“

„Daß so ein Glassplitter im Zimmer gelegen hat? Ja“, lachte der Conducteur, „aber dafür hat der Mensch seine Augen, und wenn ich barfüßig gehe, passe ich immer furchtbar auf.“

„Aber Sie sagten ja, daß das die Ursache Ihres Hinkens —“

„Meines Hinkens? Ich hinke gar nicht mehr“, sagte der Conducteur ruhig, „das Bein war mir nur vorhin ein bischen eingeschlafen.“

Die Andern lachten, während der Conducteur aufstand sich eine Cigarre anzuzünden, und der Commerzienrath sah sich etwas erstaunt im Kreise um, denn er wußte nicht recht, ob der Mann im Ernst war oder ihn nur zum Besten haben wollte. Der Gendarm unterbrach aber sein Nachdenken, indem er den leergewordenen Platz und die Freiheit der Bierstube benutzte und sich mit einer achtungsvollen Handbewegung nach der Mütze neben den Commerzienrath niedersetzte.

„Nun, noch nichts von Ihren Sachen gehört, Herr Commerzienrath?“ sagte er so freundlich, wie die Polizei überhaupt nur freundlich aussehen kann.