„Nein.“
„Dürfte ich Sie bitten das Licht auszulöschen? Ich bin nicht im Stande vorher einzuschlafen, und es ist auch feuergefährlich.“
„Ich will Ihnen etwas sagen, Herr Mahlhuber“, erwiderte ihm sein Schlafkamerad freundlich, „ich sehe mich Ihnen gegenüber zu der Erklärung gezwungen, Sie nicht mehr zu beunruhigen als irgend nöthig ist — ich habe das Licht absichtlich brennen lassen.“
„Aber weshalb, um Gottes Willen?“
„Das will ich Ihnen sagen“, seufzte der Doctor, „solange bei Vollmond ein Licht Nachts in meinem Zimmer brennt liege ich ruhig — sobald ich es auslösche, nachtwandle ich.“
„Herr du mein Gott!“ stöhnte der Commerzienrath, „das hat mir noch gefehlt.“
„Wünschen Sie es“, fuhr der entsetzliche Mensch ruhig fort, „so lösche ich das Licht augenblicklich aus, aber ich bitte Sie dann ernstlich mich zu halten, falls ich aus dem Fenster klettern wollte. Wir logiren allerdings in der ersten Etage, aber es sind Steine unten.“
„Aber mein Herr“, sagte der Commerzienrath außer sich, „das nehmen Sie mir nicht übel, mit einem solchen Leiden behaftet, sollten Sie auch allein in einem Zimmer und womöglich mit vergitterten Fenstern schlafen —.“
„Ich hatte auch den Wirth nur aus Rücksicht für Sie gebeten, Sie anderswo einzuquartieren“, sagte der Doctor vollkommen ruhig, „also wünschen Sie, daß ich das Licht auslöschen soll?“
„Um Gottes Willen, nein!“ rief der Commerzienrath.