„Meine Mutter, ja; sie starb vor langen Jahren in Osterhagen — auch meinen Vater habe ich wohl gesehen, aber ich war damals noch ein kleines Kind, und später sagte meine Mutter, daß er todt und begraben wäre in einem weiten fernen Land — weit von Osterhagen.“

„Und als sie starb?“

„Dann kam ich in das Gemeinde-Armenhaus im Dorf, und nachher in Dienst.“

„Und Du leugnest, etwas von der Ursache des gestrigen Brandes zu wissen?“

„Nein“, sagte das junge Mädchen, mit kaum hörbarer Stimme aber doch deutlich und bestimmt — „ich leugne es nicht mehr; ich habe es gethan!“

„Du hast es gethan, Unglückliche!“ rief der alte Assessor ordentlich erschreckt — „und was brachte Dich zu der furchtbaren That?“

„Fragen Sie mich nichts weiter“, sagte das arme Mädchen — „ich habe das Feuer angelegt, und wie ich höre, sind zwei Menschen dabei umgekommen, deshalb muß ich auch das Leben verlieren.“

„Und woher weißt Du, daß zwei Menschen dabei umgekommen sind?“

„Heute Morgen sprachen sie auf dem Gang vor meiner Kammer davon. Irgend Jemand erzählte es einem Andern, und ich hörte es — ich muß jetzt auch sterben und dann komme ich wieder zu meiner Mutter.“

„Aber weshalb hast Du es gethan? Du mußt doch eine Ursache dafür gehabt, Du mußt doch auch gewußt haben, welche furchtbaren Folgen es haben konnte.“