Brenner war nicht so eigen; er fühlte sich allerdings entsetzlich elend, aber er nahm trotzdem Besuche an, unterbrach es doch die furchtbare Monotonie seines Lebens und brachte ihn vielleicht für kurze Zeit auf andere Gedanken.
Der junge Offizier betrat übrigens kaum das Gemach, als er auch rasch den sehr verschlimmerten Zustand des Alten in seinen eingefallenen Wangen und hohlen Augen erkannte.
„Lieber Freund“, sagte er theilnehmend, „es thut mir wahrhaft leid, Sie so krank und matt zu finden, und ich will Sie nicht lange stören. Aber ich weiß auch Niemand weiter hier im Ort, um eine bestimmte Auskunft zu erlangen, und um die wollte ich Sie bitten.“
„Des Grabes wegen?“ sagte der Alte.
„Nein, der Tochter jener Frau wegen, die von hier fortgezogen sein soll“, lautete die Antwort. „Können Sie mir ihren genauen Namen und jetzigen Wohnort angeben?“
„Und weshalb?“ frug Brenner scheu und zurückhaltend.
„Es ist eine weitläufige Geschichte“, fuhr der Offizier fort, „die Sie wohl ermüden würde anzuhören; aber so viel kann ich Sie versichern, daß es dem jungen Mädchen keinenfalls zum Schaden gereichen soll; ja es ist möglich, daß wir durch sie auf die Spur eines lange verlorenen Theils unserer Familie kommen.“
„Durch die Falleri?“
„Wie heißt sie?“