„Ich will auch nicht zum Bruno,“ erwiderte das junge Mädchen fest, indem sein Blick wieder auf den Vater traf, „sondern nur eine Anzeige oben machen, die wichtig genug ist.“

„Eine Anzeige, Rosel?“ frug der Wirth bestürzt

„Ja, Vater, droben auf der Ruine nämlich treibt eine Bande von Falschmünzern ihr Wesen. Gestern Nachts habe ich sie belauscht und ihre Maschine gesehen und ihre Reden gehört; ich geh’ dann gleich selber mit hinauf und zeig’ ihnen den Platz, wo’s hinabgeht, daß sie gar nicht mehr fehlen können; dort finden sie das ganze Nest.“

„Rosel,“ rief der Vater in Todesangst, „misch’ Dich nicht in solche Geschichten! Was weißt Du von Falschmünzern und derlei Dingen, und wenn Du auf’s Gericht mit einer solchen Klage kommst, glaubst Du denn nicht, daß es Dich und uns Alle in Ungelegenheiten bringen könnte?“

„Keinen unschuldigen Menschen, Vater, sei versichert,“ sagte das Mädchen ruhig. „Die Verbrecher mögen sich in Acht nehmen, aber uns kann nichts geschehen.“

„Und wenn — wenn Dein Bruder Franz nun doch —“ stotterte der Mann, „in jugendlichem Leichtsinn vielleicht — verführt —“

„Vater!“ schrie Rosel mit einem herzzerreißenden Ton des Jammers.

„Ich sag’ es ja nicht,“ sprach dieser erschreckt, „aber die Möglichkeit liegt doch vor — und Du möchtest doch Deinen eigenen Bruder nicht unglücklich machen wollen?“

„So soll ich nicht gehen?“,