So wenig als möglich Geräusch machend, näherte er sich dabei langsam dem jungen Ding, das viel zu sehr da draußen beschäftigt schien, um auf irgend etwas Anderes zu achten. Der Boden aber, auf dem er ging, war nicht eben. Die Corallen bildeten allerdings hier einen ziemlich festen, bei niederem Wasser etwa zwei Fuß tiefen Grund; hier und da waren aber doch durch ihre Verzweigungen nicht ausgefüllte Löcher geblieben. Legs watete dort hinaus, achtete aber mehr auf das Mädchen als den Grund, auf dem er hinschritt, versah eines von jenen Löchern und schlug so lang – oder vielmehr so kurz er war, aufs Wasser.

Etwas bestürzt, raffte er sich allerdings wieder gleich empor und erwartete jetzt nichts Anderes, als die erschreckte Schöne dem Lande zufliehen zu sehen. Das Mädchen aber, das sich nun nach dem Geräusch umgedreht hatte, blieb lachend stehen und schien sich nicht im Geringsten zu fürchten, ja, ihn sogar zu erwarten.

Legs, mit einem Kernfluch über seine eigene Ungeschicklichkeit, ließ sich denn auch nicht lange nöthigen und watete, nur allerdings vorsichtiger geworden, langsam auf die Schöne zu, die indessen ihre wunderliche Beschäftigung ruhig und unbekümmert fortsetzte.

Mit der Sprache der Leute konnte der Matrose nun allerdings noch nicht zu Stande kommen; einzelne Wörter und Benennungen hatte er sich aber doch gemerkt, besonders den Gruß der Insulaner, ihr herzlich klingendes und so oft gehörtes chio do fa, das er auch vor der Hand zur Einleitung für ein weiteres Gespräch verwandte.

Chio do fa, lächelte das hübsche Kind zurück, und Legs, um weitere Vocabeln verlegen, faßte sich endlich ein Herz und fragte auf gut Englisch, was sie da mache.

Das Mädchen, eines der hübschesten der Insel, mit weiter keiner Bekleidung als einer wunderlich geflochtenen, schmalen Matte um die Hüften und einem kurzen Stück Tapa über den Schultern, das die Bewegung ihrer Arme keineswegs beeinträchtigte, schüttelte aber als Antwort nur lachend mit dem Kopf – ein Zeichen, daß sie nicht verstehe, was er sage.

Legs fand jetzt, daß er das Englische aufgeben und sich mehr auf Zeichen beschränken müsse. Deßhalb auf das Wasser deutend und mit der Hand ihre bisherige Bewegung nachahmend, sah er sie dabei so komisch fragend an, daß das junge Ding in fröhlichem Übermuth wieder laut aufjubelte und dabei ein paar Reihen Zähne zeigte, die ihr wie Perlen zwischen den rosigen Lippen lagen. Jedenfalls hatte sie aber verstanden, was er meinte, denn sie nickte ihm freundlich zu und sagte:

Ang-a!

Ang-a – ja wohl,“ brummte Legs vor sich hin – „jetzt bin ich so klug wie vorher. Was ist [Ang-a]?“

Ang-a!“ wiederholte aber das Mädchen lauter als vorher und wie erstaunt, daß der Fremde nicht wissen solle, was Ang-a sei. Trotzdem schüttelte Legs noch immer bedeutend mit dem Kopf, und da sie wohl merken mußte, daß ihm die so deutlich gegebene Erklärung doch noch immer nicht genüge, setzte sie lächelnd hinzu – „mawquaw!