Für Lemon hatte er deshalb auch eine der jüngsten zu vergebenden Frauen bestimmt, und Mac Kringo mußte ihn mit dem seiner harrenden Glücke bekannt machen. Toanonga erstaunte aber nicht wenig, als der Matrose, der die ganze Sache immer noch für einen schlechten Spaß hielt und mürrischer als je war, ein Gesicht zu der Eröffnung schnitt, als ob er den Dolmetscher hätte umbringen können.

„Unsinn!“ knurrte er dabei, „laß dich doch nicht von dem alten Rothfell zum Narren haben, Lord [Douglas]!“

„Aber er ist in vollem Ernst.“

„Bah – Dummheiten – sag ihm nur, ich wollte keine Frau haben. Erstlich möcht' ich überhaupt nicht heirathen, und dann – hätte ich auch schon zwei Frauen in England.“

„Zwei?“ rief der Schotte überrascht.

„Na, wenn die Erste nicht in der Zeit gestorben,“ brummte der sauertöpfische Gesell – „ich habe mich wenigstens nie darum bekümmert, und weiß jetzt nicht einmal wo meine zweite ist.“

„Was sagt er,“ fragte Toanonga, der sich den sichtbaren Unwillen des Fremden nicht erklären konnte.

„Hm,“ meinte Mac Kringo – „er – er sagt, er hätte schon eine Frau, und nach unseren Gesetzen dürfen wir nicht mehr nehmen.“

„Oh – weiter nichts?“ lachte Toanonga gutmüthig, „da sag' ihm nur, daß er sich deshalb keine Sorgen mache, denn hier sind wir auf Monui, und ich selber habe neun Frauen. Doch das findet sich alles; ich erlaube ihm, daß er die Frau nimmt, die ich ihm gebe, und an das Andere hat er sich nicht zu kehren. Außerdem wird er seine Hütte auf meinem Grund und Boden haben und unter meinem ganz besonderen Schutze stehen. Sag' ihm das!“

Die zweite Frau stand auf ein Zeichen Toanonga's ebenfalls auf und verließ den Kreis. Lemon aber, den Mac Kringo den neuen und verschärften Befehl übersetzt hatte, konnte von dem Schotten nur mit Mühe beruhigt werden, daß er sich hier nicht gleich vor der ganzen Versammlung widersetzte. Die ihm bestimmte Frau hatte er nicht einmal angesehn.