„Renn' du nur mit dem Kopf gegen die Wand,“ sagte Mac Kringo ruhig, „so wirst du schon bei Zeiten finden, wo du bleibst. Übrigens sei so gut und schrei nicht so, denn wir sind keineswegs so weit vom Wege entfernt, und deine und Pfeife's Stimme hört man eine Meile durch den Wald.“
„Na gut,“ sagte Legs, der Warnung jedoch Folge leistend und nicht so laut als vorher, „wenn du denn so genau weißt, was wir thun und lassen müssen, so erzähl' uns auch jetzt, was nun werden soll und was du im Sinne hast!“
„Ja, wenn ich überhaupt etwas im Sinne hätte!“ entgegnete Mac Kringo, „darüber scheinen wir allerdings einig zu sein, daß wir hier fort wollen, um auf irgend einer andern Insel als freie Männer auftreten zu können. Ob das aber mit diesem Schiffe geschehen kann, ist noch die Frage. Wir wissen ja nicht einmal, ob der Capitain Platz für uns an Bord und überhaupt Lust hat, sich mit uns einzulassen. Manche dieser Herren sind verdammt mißtrauisch, und hüten sich, besonders in der Nähe von Australien, englische Matrosen in größerer Zahl aufzunehmen. Sie trauen nicht, ob es nicht am Ende statt verunglückter oder entlaufener Seeleute entsprungene Sträflinge aus den dortigen Colonien sind.“
„Ja, wozu sind wir aber dann hier zusammengekommen?“ rief Lemon. „Wenn wir nicht wenigstens einen Versuch machen, fährt das Boot wieder ab, und wir bleiben so klug wie vorher.“
„Lord Douglas steckt überhaupt immer voller Plane, aus denen nie etwas wird!“ rief Legs ärgerlich. „Wie klug konnte er damals sprechen, als die Lucy Walker noch hier lag! und wäre das Feuer nicht da zufällig ausgebrochen, so schwämmen wir jetzt wieder ganz ruhig mit dem alten Kasten im Eismeer umher und ruderten mit Fausthandschuhen hinter schmierigen Wallfischen drein.“
„Ja, aber“ ... wollte Jonas etwas darauf entgegnen, der Schotte unterbrach ihn jedoch und sagte:
„Wenn wir mit dem Maul hier wegzubringen wären, Legs, dann glaube ich allerdings, daß du uns allein helfen könntest. Jetzt aber sei so gut und laß uns mit deinem Unsinn zufrieden, und hört erst einmal meinen Vorschlag. Wißt ihr dann was Besseres, so soll es mich freuen, ich bin gern erbötig, euch Folge zu leisten.“
„Na, da komm endlich einmal klar, und reib' nicht so lange auf dem Sand herum!“ rief Lemon; „die Zeit vergeht, und wir haben wahrhaftig keine übrig.“
„So hört,“ sagte Mac Kringo, „ich muß vor allen Dingen jetzt zum Alten, um dort zu dolmetschen, wenn die Fremden nichts von der Tonga-Sprache verstehen. Dort will ich mit dem Steuermann oder wer nun gerade an Land gekommen ist, schon Gelegenheit finden, ein paar Worte allein zu sprechen. Wollen sie uns mitnehmen, dann findet sich auch eine Gelegenheit, fortzukommen, und in dem Fall habe ich selber nichts dagegen, daß wir es zum Äußersten treiben und Gewalt brauchen, wenn wir eben auf keine andere Weise fortkommen können. Können sie uns freilich nicht mitnehmen, dann bleibt es für uns das Beste, uns so ruhig wie möglich zu verhalten. Jeder geht nachher wieder seiner Beschäftigung nach, und wir warten eine günstige Gelegenheit ab.“
„Doch wie dem auch sei, von da drüben werde ich euch ein Zeichen geben, damit ihr wißt, was ihr zu thun habt. Seht ihr jene in die Bai auslaufende spitze Corallenbank, auf der ein einzelner Pfahl steckt? – Die behaltet im Auge. Rudert das Boot dorthin, und winken sie euch von Bord aus, so gilt das als ein Zeichen, daß sie uns mitnehmen können, dann kommt so rasch ihr könnt an die Landung, bringt auch irgend eine Waffe mit, im Nothfall unseren Weg mit Gewalt zu erzwingen. Bekommt ihr aber von dem Boot kein Zeichen, dann heißt das so viel, daß sie uns nicht haben wollen, und dann versteht es sich von selbst, daß wir für jetzt jeden Fluchtversuch aufgeben.“