Toanonga wandte sich, dort hinunter zu gehen, als er plötzlich die Hand des Fremden auf seiner Schulter fühlte. Erstaunt drehte er den Kopf nach ihm um, stieß aber ein überraschtes und erschrecktes Oiau! aus, als er plötzlich vor seinen Augen das unbekannte drohende Instrument erblickte.
„Rühre dich, und du bist des Todes!“ schrie dabei der Engländer, und „Hülfe! Hülfe!“ tönte Mac Kringo's gellende Stimme über den Platz.
Die ihm nächsten Insulaner wollten herzuspringen, ihrem Häuptling beizustehen. Mit ausgebreiteten Armen warf sich ihnen aber Mac Kringo entgegen und rief. „Halt! halt! um Toanonga's willen, er bringt ihn um, so wie ihr euch ihm naht!“
„Hurrah, Jungen! Hurrah!“ tönte in diesem Augenblicke Legs' Jubelruf durch den Lärm, „hier sind die Burschen! Nieder mit den Rothfellen!“
Überrascht wandten die Insulaner dorthin den Kopf, als vom Wasser her schnell hinter einander zwei Schüsse fielen und die Kugeln dicht über ihnen in die Stämme der Palmen schlugen. Jacobs stieß zugleich einen scharfen, [eigenthümlichen] Schrei aus, ein Zeichen für seine Leute, und während die beiden Tonga-Insulaner, die mit im Boot waren, erschreckt über Bord sprangen und dem Lande zu schwammen, griffen zwei der Leute wieder zu den Rudern, und die andern Beiden stießen Patronen in ihre abgeschossenen Gewehre nieder.
Mac Kringo war aber indessen auch nicht müßig gewesen. Mit raschem Griff hatte er sich wieder in den Besitz seines Messers gesetzt, und sein scharfer Pfiff zeigte den Gefährten die Stelle, auf der er sich befand. Panischer Schrecken schien indessen die Insulaner erfaßt zu haben, die mit dem bedrohten How vor sich und den Feinden an beiden Seiten nicht wußten, welcher Gefahr sie zuerst begegnen sollten.
„Nach dem Boot! Nach dem Boot!“ rief Mac Kringo, der recht gut fühlte, daß sie diesen ersten Moment der Bestürzung benutzen mußten, und mit der Rechten Toanonga's Arm ergreifend, während er in der linken das gezückte Messer hielt, folgte Jacobs an der andern Seite seinem Beispiel. Dieser hielt aber sein Teleskop noch immer drohend vor, in dessen blitzender Nähe der erschreckte Häuptling sein Leben aufs Äußerste gefährdet glaubte.
Auch die am Ufer postirten Indianer hatten bestürzt Raum gegeben, da sie nur unbewaffnete Weiße zu empfangen gedachten, keineswegs aber darauf vorbereitet waren, den auf sie gerichteten Gewehren zu begegnen. Das Boot berührte in diesem Augenblick den Strand, und Spund, der nur ein halb freiwilliger Theilnehmer des Angriffs gewesen war, sprang in demselben Moment ans Land, als Legs mit Jonas, Pfeife und Lemon durch die Schaar der am Ufer gedrängten Männer und Frauen hindurchbrach, den sicheren Bord zu erreichen. Rechts und links theilten sie dabei Keulenschläge aus, und Jonas, Pfeife und Lemon erfaßten schon den Rand des Bootes und schwangen sich hinein, als zwei der Frauen sich plötzlich und [rücksichtslos] auf Legs warfen und ihn schreiend zurückhielten.
„Du bist unser, du darfst nicht fort!“ schrien sie dabei, und eine ergriff die kurze Kriegskeule, die er geführt, und riß sie ihm aus den Händen, während sich die andere an seinen Hals hängte und laute Wehklagen dabei ausstieß.
Mac Kringo und Jacobs hatten indeß den ihnen Schutz gebenden Häuptling bis fast zum Boote geschleppt. Jetzt aber brach auch die Wuth der Eingeborenen aus, die wahrscheinlich glauben mochten, die Papalangis wollten ihren How gefangen mit fortführen. Mit wildem Aufschrei stürmten sie herbei, und eben von Toanonga's Hause wieder kam ein kleiner Trupp von Kriegern mit den dort aufgegriffenen Musketen gesprungen.