»Habe schon eine,« sagte er, »aber warum wollt Ihr sie verkaufen – schon genug gefunden?«

»Gefunden? – ja – ein Haar in der Sache!« lachte der Bursch – »ich kann meinen Tagelohn bequem in Sidney verdienen, und wenn ich so arbeiten und so leben will wie hier, mach' ich auch wohl noch mehr.«

»Und wie lange seid Ihr schon oben?« frug der Alte.

»Etwa drei Wochen im Ganzen – aber ich will auch nicht etwa sagen, daß ich nichts gefunden hätte, Gott bewahre, da ist es Hunderten noch viel schlechter gegangen, und wenn ich bloßer Taglöhner wäre, sollt' mich kein Mensch hier oben fortbringen, so aber hab' ich ein Handwerk und gerade jetzt genug Zeit mit Goldsuchen versäumt. Ueberdies will ich mich je eher je lieber wieder nach Sidney zurückmachen, denn jetzt kann man noch dort ankommen, wird es aber erst einmal Sommer und trocknet die Geschichte hier aus, dann strömt nachher alles hinunter, und die dann unten im Nest und warm sitzen, haben den Vorrang. Ihr seid wohl eben erst heraufgekommen?«

»Ja – und das klingt gerade nicht tröstlich für neue Anfänger.«

»O laßt Euch um Gottes Willen nicht bange machen – wer weiß, ob Ihr nicht gerade besonders Glück habt – kein Mensch kann das sagen, und überdies seid Ihr nun einmal oben, und müßt's auch von Grund auf versuchen – Ihr könnt ja sonst nachher gar nicht mitreden.«

»Aber wo fängt man denn wohl am besten an?« frug Jack etwas kleinlaut.

»Ja Freund,« lachte der andere, »das müßt Ihr keinen Menschen fragen, sondern selber versuchen. Wenn ich einen Platz wüßte, wo Gold liegt, dann ging ich selber hin und arbeitete dort, und so geht's mit allen anderen auch – man kann wohl vermuthen und glauben, daß irgend eine Stelle eben darnach aussieht, aber lieber Gott, das ist eine sehr unsichere Geschichte, und die Probe, ob das Exempel richtig sei, wie sie bei uns in der Schule sagten, muß erst mit Spitzhacke und Schaufel darauf gemacht werden. Also good bye und viel Glück – das kann man hier oben brauchen.« Und damit wandte er sich und marschirte rüstig den Strom hinunter.

Bald darauf erreichten die beiden Männer auch die Stelle, wo vier Irländer ziemlich dicht am Wasser arbeiteten. Sie schienen gerade eine »Maschine voll« zu haben, denn das Sieb war heruntergelegt, der untere Kasten leer gemacht und der Zapfen noch herausgezogen, einer der Leute saß mit der noch halb vollen Pfanne und wusch den Ertrag von 20 oder 25 Eimern voll Erde aus, und die anderen standen dicht darum her, und bemerkten nicht einmal die Fremden, so war ihre ganze Aufmerksamkeit dem sich jetzt schon zeigenden schwarzen Sande zugewandt. Der Waschende schöpfte auch ruhig sein Wasser auf und schwenkte langsam und vorsichtig die leichteren Steine aus, bis sich die ersten Spuren von Gold in beiden Ecken zeigten. In diesem Augenblick sah er lächelnd zu seinen Gefährten auf, entdeckte aber auch zu gleicher Zeit die dahinterstehenden neugierigen Fremden und sagte plötzlich ganz ruhig, die Pfanne dabei, ohne sie weiter auszuwaschen, zur Seite stellend:

»Wie geht's, Jack? wie gefällt's Euch hier in unserer Nachbarschaft?«