»Ja, für die Dienstleute von Hohleck,« sagte Kellmann, »und Schollfeld und ich waren ebenfalls hinausgegangen um den Spaß mit anzusehn.«
»Und ihr Freund, der lange Actuar war nicht dabei?« lachte Marie.
»Er kam später nach,« sagte Kellmann — »der arme Teufel ist jetzt auch immer verdrießlich und niederschlagen.«
»Er hat sein Kind verloren,« sagte Anna mitleidig.
»Ja, und zu Hause fühlt er sich auch wohl nicht so recht wohl und behaglich.«
»Wir haben davon gehört,« sagte die Professorin — »seine Frau soll eigenwillig und heftig sein, und ihm oft gar unangenehme Scenen bereiten.«
»Seine Frau ist — « fuhr Kellmann auf, aber er unterbrach sich selber wieder, und trommelte eine Weile mit den Fingern auf dem vor ihm stehenden Tisch.
[pg 224]»Was ist Ihnen denn nur heute, Herr Kellmann?« sagte aber Marie, jetzt zu ihm tretend und seinen Arm berührend — »Sie schneiden ja heut Morgen ein so bitterböses Gesicht, wie ich noch fast in meinem Leben nicht an Ihnen gesehn. Ist Ihnen irgend etwas Aergerliches begegnet? — oder — Sie sind doch nicht böse mit uns?«
»Böse mit Ihnen? lieber Gott Mariechen,« sagte Kellmann herzlich ihre Hand ergreifend — »ich müßte böse mit Ihnen sein daß Sie fortgehn und mich hier allein zurücklassen; sonst wüßt' ich wahrhaftig nicht weshalb.«
»So kommen Sie mit,« lachte Marie, indem sie neckisch zu ihm aufsah.