»Kennen Sie ihn?«

»Recht gut — ich war oft in Heilingen — Waldenhayn wo ich zu Hause bin, liegt gar nicht so weit von dort — Apropos Waldenhayn — erinnern Sie sich des schwarzhaarigen Mannes, mit der schlanken, magern Frau an Bord, die fortwährend krank war, und im Anfang stets so große unächte Ohrringe und Halskette trug?«

»Ja wohl — was ist mit denen?«

»Ich weiß nicht, ob Sie den Steckbrief in den deutschen Zeitungen gelesen haben, nach dem ein Mann mit seiner Frau, die ihre vier Kinder — das jüngste noch fast ein Säugling in Deutschland allein zurückgelassen hatten und nach Amerika gegangen waren.«

»Ja wohl,« rief Hopfgarten rasch — »das waren doch nicht jene Beiden? Heiland der Welt, was haben wir für eine Bande von Verbrechern mit über das Wasser geschleppt, die drei Eisengefangenen gar nicht gerechnet. Der Bursche hieß Meier, wenn ich nicht irre.«

»Eigentlich Steffen, oder der schwarze Steffen genannt — er war aus Waldenhayn.«

»Und was ist aus den Beiden geworden?« frug Hopfgarten.

»Sie waren mit an Bord der Backwoods Queen, auf der ich feuerte, als wir unterhalb Memphis einen Kessel platzten und strandeten.«

»Das haben Sie erlebt?« rief Hopfgarten schnell, und ein Theil des alten Humors blitzte ihm wieder aus den Augen, »Sie Glückspilz — ich gäbe wahrhaftig funfzig Thaler, wenn ich hätte dabei sein können.«

»Mir wäre die Erinnerung um weniger feil,« sagte Georg schaudernd — »der arme junge Bursche an Bord, der von Bremen glücklich desertirt war, kam auch dabei um's Leben. Dort erkannte ich jenen Steffen, und die Amerikaner, denen ich sein scheußliches Verbrechen erzählte, wollten ihn hängen, aber er floh in den Wald einer großen Insel im Mississippi, auf der wir fest saßen, und dort ließen wir ihn zurück; ich habe nie wieder etwas von ihm gehört.«