»Wären Sie wohl so gut, lieber Herr, mir zu sagen was heute hier los ist im rothen Drachen, mit all den Kränzen und Blumen, und welches Fest Sie feiern?«

»Ja wohl Freund,« sagte Herr Kaspar Helker, den armen zerlumpten Teufel dabei mit aufmerksamem, vielleicht nicht besonders befriedigtem Blick betrachtend, »Herr von Hopfgarten feiert heute seine Vermählung mit des reichen Dollinger jüngster Tochter, die früher, ich weiß nicht, ob Ihr die Geschichte kennt, an einen, jetzt gestorbenen, Amerikaner verheirathet war.«

»Herr von Hopfgarten — hm — Herr von Hopfgarten — der Name ist mir doch gar bekannt; stammt er von hier?«

»Nein, aus dem Mecklenburgischen. — Kommt Ihr weit her? — Ihr seht müde und krank aus.«

»Sehr weit — bin aber wohl mehr hungrig und durstig, wie krank,« sagte der Mann, mit einem scheuen Blick nach den Brod- und Kuchenkörben hinüber.

»So kommt herein und eßt und trinkt,« lud ihn der Wirth freundlich ein, »und Ihr habt mir nicht einmal dafür zu danken,« setzte er rasch hinzu; »Herr von Hopfgarten hat strengen Befehl gegeben, Niemand heute, wer es auch sei, ungespeist von dannen zu lassen. Es ist frei Bier und Essen hier im Haus.«

»Hm, da bin ich gerade zur rechten Zeit gekommen,« sagte der Mann, immer aber noch zögernd den Garten zu betreten.

»So kommt herein und setzt Euch gleich dort in eine von jenen kleinen Lauben,« sagte der Wirth; »die werden heute nicht benutzt und Ihr — Ihr seht eben nicht appetitlich genug aus zwischen den andern Gästen zu sitzen. Es soll Euch aber an Nichts fehlen,« fügte er rasch hinzu, »heh Wilhelm! besorgen Sie mir einmal für den Alten dort in die Laube ein Mittagsessen und Bier.«

»Bier kann ich nicht gut vertragen — wenigstens nicht gleich auf den leeren Magen hinein — gäben Sie mir einen Schnaps vorher?«

»Auch den sollt Ihr haben — heh Wilhelm — ein Glas Kümmel — aber ein großes Glas, und dann dürft Ihr ihm Bier geben, was er trinken will.«