»Ledermann? — Ledermann? — nein, der Name ist mir gänzlich unbekannt,« sagte Mehlmeier, sehr bestimmt mit dem Kopf nickend; Hopfgarten kannte aber seine schwache Seite mit den verkehrten Gesticulationen, und wußte was er meinte.
»Er arbeitete früher in dem Bureau des Mr. Mac Culloch, des Staatsanwalts,« setzte er dann hinzu, »der ist aber in diesem Augenblick verreist und sein Bureau geschlossen, und von den Hausleuten wollte ihn Niemand kennen.«
»Ledermann?« sagte Mehlmeier, die Hände am Kinn, in tiefem Nachdenken.
»Eine lange hagere Gestalt,« half Hopfgarten seinem Gedächtniß nach, »ein dünnes, mageres Gesicht und blonde Haare.«
»Hm, ich kenne einen Herrn Fortmann, der etwa auf diese Beschreibung paßte.«
»Donnerwetter, Fortmann!« rief Hopfgarten, sich vor den Kopf schlagend, »jetzt hab' ich die Namen verwechselt — Fortmann heißt er ja auch — Mehlmeier, Sie sind ein kapitaler Mann — wo find' ich den?«
»Ja, wo Sie den jetzt finden, wenn er nicht in seinem Bureau ist, weiß ich allerdings auch nicht — er müßte denn sonst vielleicht beim Kapellmeister sein.«
»Was für ein Kapellmeister? — wo wohnt der?«
»Kapellmeister Eltrich, gar nicht weit von hier.«
»Eltrich? — unser Eltrich von der Haidschnucke? — ich glaubte, der sei ein Arbeiter an einem Dampf- oder Flatboot geworden.«