»Aber ich gedenke mich gar nicht in Little Rock aufzuhalten,« sagte Fräulein von Seebald ausweichend.
»Es wird aber wohl Abend werden bis wir hinkommen,« meinte Charley — »doch das können Sie sich noch überlegen; hier haben Sie jedenfalls meine Adresse.«
»Und welchen Weg schlage ich von Little Rock ein?« frug die junge Dame, mit einer leicht dankenden Verbeugung die Karte nehmend — »der Platz liegt soviel ich weiß auf der anderen Seite des Stromes — .«
»Oakland grove? — ja wohl, aber an der Straße — prächtige Straße dorthin — ein Bischen naß, wenn's geregnet hat, aber sonst breit und famos durch den Wald ausgeschlagen.«
»Und wann geht die Post dorthin ab?« frug Fräulein von Seebald.
»Die Post?« — sagte Charley, sie rasch und erstaunt dabei ansehend, setzte aber, sich besinnend, hinzu: »die Briefpost meinen Sie? — der Mailrider[3] geht die Woche zweimal nach Batesville hinauf und kommt zweimal wieder.«
»Und die Fahrpost?«
»Fahrpost, hahaha« — lachte Charley, »die Bären und Panther würden ungemein erstaunt sein, wenn sie einmal eine Fahrpost zwischen sich durchrasseln hörten. Segne Ihre Seele, mein Fräulein, dahinein geht keine Fahrpost. Nichts wie ein berittener Bote, und wenn Sie nach Oakland Grove wollen, so müssen Sie entweder zu Fuß gehen oder reiten. Ihr Gepäck können Sie indessen zu mir in's Haus stellen.«
»Das wäre ja schrecklich!« rief Fräulein von Seebald.
»Oh es steht dort ganz sicher,« sagte Charley.