»Guten Morgen meine Herren, guten Morgen; irgend etwas zu schleifen? — Scheeren, Messer, Rasirmesser, Lanzetten, Pflugschaaren, Sensen?« rief Maulbeere, mit einer Geschäftsmiene dabei wieder auf seine Schleifsteine deutend — »stehe zu Diensten und sollen billig bedient werden — sehe mehr auf gute Behandlung, als schlechten Gehalt.«
»Ach lassen Sie das Spaßen, Herr Maulbeere,« meinte der Erste wieder, einen tiefen Seufzer ausstoßend — »die Geschichte hier ist verzweifelt ernsthaft, und wenn man nicht weiß wo man Brod hernehmen soll, ist Einem nicht gerade wie Lachen zu Muthe.«
»Hoho,« sagte Maulbeere, die Augenbrauen in die Höh ziehend, »schon drei Wochen in Amerika und noch kein Brod? — das ist Pech!«
»Ist es Ihnen denn geglückt?«
»Harte Arbeit Schentelmen,« sagte aber der Scheerenschleifer achselzuckend — »sehr harte Arbeit — habe im Sinn die Residenz zu verlassen.«
»Und wo gehn Sie hin?«
»Den Fluß hinauf, versteht sich; werde das Land durchziehn, hier ist wenig zu verdienen. Es giebt eben hier zu viel Mäuler die Brod haben wollen. Apropos, wo sind denn Ihre Frauen?«
»Arbeiten da drin,« sagte der Eine, mit dem Kopf nach dem Haus hinüberzeigend.
»So? — untergebracht?« frug der Scheerenschleifer, »nun da kann man ja gratuliren.«
»Aber kriegen Nichts« sagte der Andere.