»Das war nun ein Treiben, in dem wir voriges Jahr neun und sechszig schossen, und heuer funfzehn,« sagte Holke, als sein Sohn die Erlegten eben gezählt und in sein Taschenbuch eingetragen hatte, »und dabei soll man noch einen grünen Rock auf dem Leibe tragen. – Und kein Huhn – nicht ein einziges – und was waren für schöne Hühner drinne! Die Kerle schießen aber wie die Schulbuben, immer eine halbe Meile zu kurz – und wie haben Sie mir die Hasen zerlästert – hol sie der Teufel!«

»Jetzt kummt das Schkorditzer Treiben?« frug ein Bauer, der mit einer alten langen einläufigen Entenflinte auf dem Rücken, die Hände in der Tasche, und das eine Bein rechts, das andere links hinauswerfend, als ob er hinter dem Pfluge her die Erde von den Stiefeln schlenkern wolle, auf den Jäger zukam.

»Ja,« sagte dieser mürrisch, die antiwaidmännische Gestalt mit finsteren Blicken musternd – »'s wird das große nicht drin sitzen.«

»Ne,« lachte der Bauer und zog das Maul von einem Ohr bis zum andern, daß es ordentlich aussah, als ob sich die beiden Mundwinkel die Flinte hinten auf dem Rücken betrachten wollten – »ne – sehre nich – die Schkorditzer sin Luderkerle, die han's faustdicke hinger den Uahren. Vurgestern han se ooch schunst getriaben.«

»Die Skorditzer?« frug der Jäger, erstaunt stehen bleibend, »hier auf den Feldern?«

»Ne, hinger dem Dorfe driben, uff dem Polswitzer Revier!« meinte der Bauer.

»So? – recht schön das, und was haben die Herrn geschossen?«

»Nu 's mächtige niche,« sagte der Bauer und die Mundwinkel gingen wieder hinter – »zwee Hasen un en Schneider un ene zahme Gans, der so en Racker von en Karnickel zwischen de Beene durch wulle – der Schmidt uffem Dorfe hat se geschossen – das Karnickel hot er aber gefählt.«

»Na, gebe nur Gott, daß sich die Hälfte von jeder Gemeinde erst einmal todtgeschossen hat,« seufzte der Jäger seinen frommen Wunsch, »nachher werden sie die Jagd ja wohl satt bekommen.«

»Vater,« unterbrach da Fritz, zum alten Jäger tretend, das Gespräch, »komm einmal her!«