»Oho,« fiel ihm hier einer der Bauern in die Rede, »so schlimm is es ooch noch niche – mer wissen wuhl, was mer wolle, un ufgäsetzt is es ooch schonst; 's hat nur de rächte Gischtalt noch niche, es fehlt em noch de Fassong. Den Pastor han mer freilich drim gebeten, er sillts uns mache, der will aber net, do hat's der Diaconus ibernommen; des is en ganzer Kerl.«

»Ja, de Jagd misse mer frei han,« fiel hier ein Anderer vom Spieltisch aus in's Wort, »der Hos', der mer mei Kraut frißt, dem schlag' ich de Flinten uffen Kopp, daß er's bese Elend kreiht!« und die hoch gehobene Karte kam mit den Knöcheln schallend auf den Tisch nieder.

»Un die Ablösung misse mer ooch han,« sagte der erste wieder – »oh, 'ssein ä ganze menge Sachen, denn i zohl kei Hundekorn mehr, und schick' keine Hihner un Eier un Kapauner und Gänse uf's Gut; wenn se Kapauner fressen wolln, megn se se ooch selwer ziehen un stoppen.«

»Recht so,« fiel hier der Doctor ein, »das klingt schon ein Bischen besser, aber nach Frankfurt müßt Ihr dann auch solche Leute wählen, die wissen, was Euch fehlt und die Haare auf den Zähnen haben, und daß die gestrengen Herren nachher schon einwilligen werden, ich dächte, dafür bürgte uns die neueste Erfahrung. Ihr habt doch gehört, daß von Frankreich herüber 90,000 Mann im Anmarsch sind, um hier in Deutschland die Republik zu proclamiren?«

»Ne, keen Wort,« riefen Viele und wandten sich neugierig zu ihm hin.

»Was?« lachte der Doctor, »davon wißt Ihr noch Nichts? potz Schulmeister und Diaconusse, wozu habt Ihr denn da die Woche dreimal Euere geheimen Vorlesungen, wenn Ihr die Hauptsache nicht erfahrt? Aber das ist natürlich, daß es der Geistlichkeit nicht gerade gelegen kommt, wenn es den Beichtkindern klar wird, wo Barthel eigentlich den Most holt.«

»Aber Doctor, warum geht Ihr denn nicht mit hinein in's grüne Zimmer,« mischte sich hier der Wirth hinter den Schenktisch in's Gespräch, »da drinn wird ja die ganze Geschichte verhandelt.«

»Zu den Reactionairen!« brummte entrüstet der Mann des Blutes, »nein, wir haben uns auf den Barrikaden unsere Freiheit erkämpft, und die wollen wir schützen im freien Vereinsrecht, wie in der freien Presse, derlei Umtriebe aber, wie sie schon anfangen im Lande ihr giftiges Netz auszuspannen, sollten Männer, die sich dessen, was ihnen gebührt, bewußt sind, gar nicht dulden. Wenn es auf mich ankäme, sprengten wir die ganze Gesellschaft dadrinn auseinander.«

»Von wegen dem freien Vereinsrechte!« lachte der Wirth.

»Unsinn!« rief Levi ärgerlich, »wenn das Volk souverain ist, braucht es die Verräther im eigenen Hause wenigstens nicht zu dulden. Ihr würdet es Euch ebenfalls nicht gefallen lassen, wenn sich Jemand in Euerer Stube hinsetzte und Pläne machte, Euch aus Euerem rechtmäßigen Hause zu verjagen.«