»Unbewaffnete, Nichts« erwiederte Bruder Ezra rasch, »aber Bewaffnete desto mehr; Bibeln waren nicht in den Kisten, die sie vom Bord desselben Wallfischfängers, der jetzt, wenn mich nicht Alles täuscht, hier im Hafen liegt, in Atiu an Bord und zu sicheren Verstecken in die Berge schafften.«
»Die Missionaire werden nie die Hand reichen zu Gewalt und Blutvergießen« rief Sadie.
»Wenn ich 'was nicht sehen mag, dreh' ich den Kopf weg,« sagte der Mitonare trocken — »es giebt Leute genug überall, die, einen Dollar zu verdienen, leicht ein schlechtes Werk thun, wie viel eher denn nicht ein gutes — ihre Landsleute mit Waffen zu versehen, daß sie sich selbst beschützen können.«
»Du nanntest erst Raiteo, Mitonare?« frug Sadie — »wie geht es ihm und was treibt er jetzt — ist er ein besserer Mensch geworden?« —
»Was er in diesem Augenblicke treibt weiß ich wahrlich nicht«, sagte der kleine Mann finster, »aber als ich kam stand er draußen auf Posten, und ging dann mit dem ehrwürdigen Bruder Rowe in die Stadt zurück; — ist nicht das erste Mal daß sie in einem Joche ziehn.«
»Raiteo hier auf Tahiti?« rief Sadie erstaunt.
»Raiteo Mitonare« erwiederte Bruder Ezra trocken.
»Mitonare? — Raiteo? der seinen Vater verrathen würde um ein Stück Kattun zu verdienen oder ein Stück Geld?«
»Raiteo Mitonare« bestätigte aber auf das Bestimmteste der kleine Mann und setzte, langsam dabei mit dem Kopfe nickend hinzu — »Menschen sind einmal bös, und dann wieder gut — Raiteo hat seine Sünden eingesehen und ist frommer Mann geworden — aber trägt noch keine Hosen« fügte er, trotz aller Unbequemlichkeit, doch mit einem gewissen Grad von Eifersucht hinzu; »hat noch sein Lendentuch und seine nackten Beine und bloßen Kopf — und nur am Sabbath in der Kirche einen Frack — kann nicht gut ohne Frack in die Kirche kommen.«
»Raiteo Mitonare« wiederholte aber wiederum Sadie, die sich noch immer nicht von ihrem Erstaunen erholen konnte — »und das auf Atiu — wo sie ihn kennen.«