Sadie sah ihr seufzend nach und auch René konnte sich eines unheimlichen Gefühls nicht ganz erwehren.
»Joranna René, — ah bon jour Madame,« rief aber Lefevre der wohl den peinlichen Eindruck zu verwischen wünschte, den die Worte des wunderlichen Mädchens unverkennbar besonders auf Sadie gemacht, »hat Ihnen Aia den schönen Abend verderben wollen? — es ist ein albernes Ding, und darf mir gar nicht mehr über die Schwelle, denn Aumama
weint jedes Mal, wenn sie nur den Fuß unter das Dach gesetzt.«
»Sie ist arm und unglücklich,« sagte Sadie.
»Ach — sie verstellt sich,« entgegnete mürrisch Lefevre — »und trägt wahrscheinlich selber mit die größte Schuld ihres Leid's. Wir armen Teufel sollen's dann immer allein verbrochen haben, nicht wahr René? — Doch, was ich gleich sagen wollte; gehen Sie mit nach Papetee? — die ehrwürdigen Protestantischen Herren haben da wieder eine Zusammenkunft, heut Nachmittag, und wie das Gerücht geht beabsichtigen sie den Beschluß ernster Maßregeln, jeden Französischen Einfluß, und mit ihm vielleicht auch gleich wieder die Französischen Priester, die ihnen ein Dorn im Auge sind, von sich abzuschütteln.«
»Die Missionaire« — sagte René rasch, fuhr aber gleich darauf langsamer fort, »sind wackere und brave, aber kurzsichtige Männer, sie glauben das Heft jetzt in Händen zu haben und spielen so lange damit bis es ihnen unter den Fingern wegschlüpft — sie sollten sich nicht in die Politik mischen.«
»Was sagt Mr. Nelson dazu?« frug Lefevre.
»Er hält die Ankunft der Katholiken auch für ein Unglück für die Inseln, ist aber mit den Gewaltsmaßregeln unzufrieden die man dagegen ergreifen will; doch was kann der Einzelne gegen die ganze Schaar ausrichten.«
»Und gehen Sie mit nach Papetee?«
»Was sollen wir dort? — herbe Reden hören, die uns vielleicht ärgern und zu Gegenreden treiben? — ich habe keine Freude an der Sache, und sehe das Leid und Elend schon vor Augen das daraus entspringen wird und muß.«