»Nun? ist's nicht Sonntag? aber wie bin ich denn eigentlich hier in's Bett gekommen? was ist denn vorgefallen?«
»Heute Sonntag? Mittwoch ist heute und noch dazu Mittwoch Abend und der vierte Tag, daß Du hier liegst und keinen Bissen Essen, keinen Tropfen Wasser über die Lippen gebracht hast!«
»Mittwoch? aber wie ist das möglich?«
»Bist Du am Sonntag nicht mit dem Pferde gestürzt? Der Braune hatte ja doch die Spuren am Körper.«
»Mit dem Pferd gestürzt? – ja!« sagte Hans da plötzlich, und sein Antlitz, das sich beim Reden etwas gefärbt hatte, wurde wieder leichenblaß, »als ich von Wetzlau herüberkam. Der Braune stolperte auf dem schlechten Weg – ich glaube, er stürzte auch – aber weiter weiß ich mich auf Nichts zu besinnen.«
»Ja, weil sie Dich nachher für todt hier in's Haus trugen. Und was für Sorge haben wir um Dich gehabt, die Mutter und die Kathrine und Deine Braut!«
»Meine Braut?« sagte der Hans leise.
»Nun gewiß,« sagte der Alte. »Wir mußten ihr doch natürlich gleich die Botschaft hinüberschicken, und als sie am Montag selber mit dem Traubenwirth oben war und Dich hier auf dem Bett wie todt liegen sah, hat sie geweint, als ob ihr das Herz brechen müßte. Jetzt ist sie selber krank und liegt im Bett, aber alle Tage hat sie herübergeschickt, um fragen zu lassen, wie es Dir geht; manchmal zwei Mal an einem Tag. Es soll mir auch gleich ein Bote nach Wetzlau, daß sie sich mit uns freuen können.«
Hans sank wieder auf sein Kopfkissen zurück und schloß die Augen. Der Kopf that ihm noch weh und das Besinnen that ihm auch weh, und doch hätte er in dem Augenblick Gott weiß was darum gegeben, wenn er gewußt hätte, was jetzt wirklich geschehen sei und was er nur geträumt habe. Wie ihm das Alles so wild und toll in seiner Erinnerung durcheinander schwamm – er konnte die einzelnen, verworrenen Bilder gar nicht von einander trennen.
»Hans,« rief der Vater ängstlich, »bist Du wieder krank?«