Ist das geschehen und von abgeschlagenem Rasen ein etwa Fuß hoher und ebenso breiter Damm oder Rand um dasselbe gelegt, dann wird das Feld gepflügt. Ich glaube aber, sie lassen schon vor dem Pflügen Wasser hinein, um diese Arbeit leichter in dem sonst wohl etwas schweren Boden verrichten zu können, und gehen erst mit dem Pflug hinein, wenn sie die Erde in eine Art Schlamm verwandelt haben. Sehr oft sah ich sie wenigstens in solchem Schlamm, aber nie in trockenem Grunde, ausgenommen in den zu trockenem Reis bestimmten Feldern pflügen.

Haben sie den Boden gehörig aufgerissen, so kommt die Egge hinein – ein schwerfälliges Instrument, nicht wie unsere Eggen, sondern nach Art der Cultivatoren gebaut, und nur aus zwei Schenkeln bestehend, die vorn zusammenlaufen und ziemlich einen rechten Winkel bilden. In diesen stecken zehn oder zwölf starke hölzerne und etwas zugespitzte Zähne, und um dem Ganzen noch etwas mehr Schwere zu geben, und die Zähne tiefer in den Schlamm hineinzudrücken, setzt sich der junge Bursch, der die Karbauen gewöhnlich treibt, sehr häufig oben auf seine Egge drauf und läßt sich in dem Brei spazieren fahren.

Was die Saat des Reis anbetrifft, so geschieht die erst in besonders dazu hergerichtetem Feld, wie wir z. B. in Deutschland den Kraut- oder Kohlsamen säen. Er schießt dort dicht, Halm an Halm gedrängt empor und wird nur, sobald er die gehörige Reife erreicht hat, herausgenommen und büschelweis, d. h. immer drei, vier oder fünf Halme zusammen, von Menschenhänden in die nassen, unter Wasser stehenden Felder gepflanzt. Diese Arbeit besorgen fast allein Mädchen, ich habe wenigstens nie Knaben damit beschäftigt gesehen; sie nehmen sich eine tüchtige Hand voll der kleinen Pflanzen und drücken sie einzeln, ohne weiter ein Loch dazu bohren zu müssen, wie das bei den Krautpflanzen in trockenen Feldern der Fall ist, in den weichen Schlamm in ziemlich regelmäßigen Entfernungen und Reihen ein.

Von jetzt ab haben sie weiter nichts mit dem Reis zu thun, bis er reif ist, als einmal vielleicht, nach einigen Wochen durchzugehen und das dazwischen wuchernde Gras und Unkraut auszuziehen. Die Arbeit ist aber in sofern, obgleich nicht sehr hart, doch unangenehm und beschwerlich, da die Pflanzenden den ganzen Tag in dem fast fußtiefen Schlamm und in der heißen, durch nichts abgehaltenen Sonnenhitze, gebückt umhersteigen müssen.

Solche frisch angepflanzte Felder mit ihren hellgrünen, fast durchsichtigen Reispflänzchen, haben ein höchst freundliches Ansehen, und wo besonders in den einzelnen Abdachungen ältere und dadurch dunkler gewordene Gefache, wie man fast sagen könnte, mit diesen abwechseln, thun die verschiedenen oft wie in regelmäßigen Zeichnungen ausgestreuten Farben dem Auge unendlich wohl.

Das Schneiden des Reises bewerkstelligen sie auch auf eine ganz eigene Art; die Frauen, welche diese Arbeit wieder meist allein besorgen, haben eine besondere Art von Messern oder Instrumenten dazu, womit sie jeden Halm einzeln abknipsen, es geschieht dies aber mit einer solchen Uebung und Gewandtheit, daß sie doch eine sehr bedeutende Strecke in einem Tag beendigen sollen. Die reifen Halme werden mit dem Stroh etwa fünfviertel Fuß lang abgeschnitten und in kleine starke Büschel gebunden, die sie dann, die Aehren herunterhängend, zu Markte tragen.

Eine Hauptnoth haben die Javanen von der Zeit an, wo der Reis zu reifen anfängt und eine wahrhaft unzählbare Schaar von Reisvögeln, seinem grimmigsten Feind, oder vielmehr liebstem Freund, herbeilockt. Dann muß die ganze junge Bevölkerung auf die Beine, und von früh bis spät mit allerlei entsetzlichen Lärminstrumenten und Scheuchmaschinen thätig sein.

Eine besondere Art dieser letzteren, die ich vorzüglich auf dem Wege von Batavia nach Buitenzorg sah, besteht darin, daß in gewissen Entfernungen in den Reisfeldern kleine, auf hohen Baumstangen ruhende Hütten oder vielmehr Körbe, mit einem Schutzdach gegen Sonne und Regen errichtet sind, in denen Knaben von sechs bis zehn Jahren auf der Lauer sitzen. Von diesen Körben aus, wo sie jeden Theil der in ihrer nächsten Umgebung liegenden Felder leicht übersehen und überwachen können, gehen aus Cocosnußfasern dünn gedrehte Seile nach den verschiedenen Theilen und stehen dort mit einem aufgesteckten Cocosblatt oder sonst einem vorragenden, leicht beweglichen Gegenstand in Verbindung. Lassen sich nun irgendwo in ihrem Bereich Reisvögel oder sonst dem Getreide nachtheilige Thiere blicken, so ziehen sie nur einfach in etwas raschen Zuckungen an der dort hinausführenden Schnur, und die scheuen Thiere fliehen, sobald sie so ganz urplötzlich etwas anscheinend Lebendes in ihrer Nähe sich bewegen sehen, rasch in's Weite.

Wo sie diese Hütten nicht haben, laufen die Jungen mit wahrer Todesverachtung den ganzen Tag mit riesigen Schnurren in den Feldern herum, die sie von nur einem etwas gebogenen Bambusstab anfertigen und die ein schmähliches Geräusch machen. Aehnliche Instrumente befestigen sie auch auf hohen Bambusstangen und überlassen den Lärm dem Winde, der sich auch gewöhnlich ein Vergnügen daraus macht, ihnen zu willfahren. Den größten Spektakel aber und einen wahren Heidenlärm, der genau wie das tolle Brüllen eines wild gewordenen Stieres klingt, macht ein etwas abgeschorenes Cocospalmblatt, das gerade so aufgesteckt wird, daß der Wind schräg in die starren emporragenden und an einanderschlagenden Blattabtheilungen oder Zweigblätter hineinweht. Mag er dabei so stark blasen wie er will, er wird nie aus solchem Blatt ein gleichmäßiges Geräusch herausbringen können. Sobald es nur ein klein wenig aus der nöthigen Richtung tritt, muß der tönende Lärm aufhören, der aber augenblicklich und zwar mit voller Stärke einsetzt, sobald es die frühere Stellung annimmt. Dadurch macht er aber auch den meisten Effect auf die Reisdiebe, weil er nicht in einem fort tönt, sondern nur manchmal in unregelmäßigen Zwischenräumen und wie ihn gerade der Wind faßt, einsetzt, dann aber mit einer Kraft, daß ich selber schon zusammengefahren bin, wenn ich mich gerade unter solch einer Reisklapper befand, ohne sie früher beachtet zu haben.

Die Reisscheuen sind kleine eigenthümlich geflochtene Gebäude, vielleicht zehn bis zwölf Fuß hoch, acht Fuß lang und sechs bis sieben Fuß breit, nach unten etwas spitz zulaufend und mit hölzernen Füßen, wie ein richtiger Tragkorb. Sie können, wenn sie leer sind, leicht von einem Ort zum andern gewechselt werden und stehen wenn aufgestellt, mit diesen Füßen immer auf untergelegten Steinen. Das Dach ist ebenfalls von Bambus geflochten und gewöhnlich mit den schwarzen Fasern der Arenpalme gedeckt.