»Und was jetzt?«

»Ich muß augenblicklich nach, denn der Postillon, der ihn gefahren hat, wird zurück sein und weiß jedenfalls die Station. Dort findet sich dann die weitere Spur.«

»Mit der Donna?«

»Nein, die ist zurückgeblieben, die überlasse ich jetzt Ihnen. Wahrscheinlich hat sie auch einen Theil von Ihres Vaters Geldern in Verwahrung – jedenfalls den Schmuck. – Hier ist der Verhaftsbefehl für Kornik und seine Begleiterin – mir kann er doch nichts helfen, denn er gilt, von den Frankfurter Behörden ausgestellt, nur für das hiesige Gebiet. Das ist eine verzweifelte Wirthschaft in Deutschland, wo ein Mann in einer einzigen Stunde in drei verschiedener Herren Länder sein kann.

»Aber wie bekomme ich heraus, ob das auch in der That jene berüchtigte Miss Fallow ist, bester Hamilton? Die Flucht des Grafen, wenn er wirklich geflohen, bleibt allerdings sehr verdächtig und ich zweifle kaum, daß Sie auf der richtigen Fährte sind, aber es – wäre doch eine ganz fatale Geschichte, wenn wir es nicht mit den rechten Leuten zu thun hätten, und jetzt einer wildfremden und ganz unschuldigen Dame Unannehmlichkeiten bereiteten.«

»Machen Sie sich deshalb keine Sorgen!« lachte Hamilton. »Daß ich Ihnen aus diesem Grafen Kornikoff den richtigen und unverfälschten Kornik herausschäle, darauf können Sie sich fest verlassen, und dies junge, wirklich wunderhübsche Geschöpf, was ihn begleitet, hätte sich dem Lump auch nicht an den Hals geworfen, wenn sie nicht schon vorher durch ein Verbrechen mit einander verbunden gewesen wären. Nein, die einzige Sorge, die ich habe, ist die, daß Ihnen die junge Dame einmal ebenso eines Morgens unter den Händen fortschlüpft, wie ich mir in fabelhaft alberner Weise habe den Hauptschuldigen entwischen lassen, und wenn ich ihn nicht wieder bekäme, wäre das ein Nagel zu meinem Sarg. Aber noch hab' ich Hoffnung – ich kenne den Herrn jetzt, denn ich habe ihn mir genau angesehen und wenn er sich wirklich auch den schwarzen Schnurrbart abrasirte und die blaue Brille in die Tasche steckte, so denke ich ihm doch auf den Hacken zu sitzen, ehe er es sich versieht.«

»Er wird direkt über die Grenze nach Frankreich fliehen.«

»Daran habe ich auch schon gedacht, denn Geld genug hat er bei sich, aber dagegen hilft der Telegraph. An die beiden Grenzstationen werde ich jetzt vor allen Dingen genau telegraphiren, und wenn ich da nur ein Wort mit einfließen lasse, daß der Herr mit dem Revolutionscomité in London in Verbindung stände, passen sie auf wie die Heftelmacher.«

»Und sie wollen dem Kornik nach?«

»Augenblicklich, so wie ich die Depeschen befördert habe. Ich nehme jetzt ohne weiteres Extrapost und treffe ich ihn, so telegraphire ich ungesäumt.«