Der Engländer lachte leise vor sich hin und ging wieder nach hinten, wo er jetzt, da die Fluth schon scharf einsetzte und der Bug vom Land abgedreht lag, einen besseren Ueberblick über die Insel hatte. Der Capitain kam ebenfalls zurück und die Mannschaft wurde zum Essen gerufen, um völlig bereit zu sein. So rückte etwa drei Uhr heran — das Wasser war bedeutend gestiegen, und da der Commissair ebenfalls unablässig drängte, um an Land zu kommen, gab der »Admiral« endlich den Befehl, die Anker wieder zu lichten und aufzusegeln.

»Fertig zum Feuern!« lautete dabei der Befehl. Es schien wirklich Ernst zu werden, und der master at arms wurde auf das Quarterdeck befohlen.

»Lassen Sie Ihre Leute bei den Kanonen stehen, Sir,« redete ihn hier der Capitain an, »und beim ersten Schuß, der vom Lande her fällt, geben Sie eine Salve — eine ganze Breitseite (es waren drei Kanonen an jeder Seite) und zielen Sie gut.«

»Sehr wohl, Señor Almirante,« sagte der Franzose, mit der Hand an der Mütze, »aber — wollen Sie mir eine Bemerkung erlauben?«

»Was ist da noch zu bemerken?« fragte der Capitain scharf.

»Weiter nichts,« bemerkte der Franzose, »als daß der Schooner das Abfeuern der Kanonen nicht aushält. Sie sind zu schwer für uns.«

»Mit dem Bedenken kommen Sie jetzt, im entscheidenden Augenblick?« fuhr der Capitain auf.

»Señor,« erwiderte der Mann ruhig, »als ich in Buenaventura der kleinen Prügelei wegen von den Behörden eingesteckt wurde und die Wahl bekam, zwei Monate in einer wahren Pesthöhle von Gefängniß zu sitzen, oder an Bord dieses Kriegsschiffes zu gehen, hatte ich mit der Armirung desselben nichts zu thun. Jetzt haben Sie mich zum Geschützmeister gemacht und es ist meine Schuldigkeit, Sie vor der Gefahr zu warnen.«

»Sie wollen mir doch nicht sagen,« rief der Admiral, »daß wir nicht wagen dürften, einen Schuß zu thun!«