Mit dem Nebel, der fast zur Hälfte auf den Winter fällt, ist es auf der Hochebene des Oberharzes nicht so arg, wie man oft denkt. Allerdings hat Klausthal durchschnittlich 95 ganz trübe und nur 27 ganz helle Tage, aber es ist damit nicht schlechter gestellt als manche Städte im Lande. Im Jahre 1883 z. B. wurden die 81 Nebeltage Klausthals von Braunschweig mit 83, Magdeburg mit 97 übertroffen, und seinen 25 ganz heiteren Tagen hatte Salzwedel nur 19 gegenüberzustellen. Der Sonnenberg hat beinahe doppelt so viele Nebel- und doppelt so viele ganz helle Tage als Klausthal. Auf den Rauhreif und „Anhang“, auf den Brocken im Nebel kommen wir am andern Orte zu sprechen.
V.
Geschichtlicher Überblick.
Vorgeschichte des Harzes.
Wenn sich in dem weit wilderen Alpengebirge uralte Pfade schon in der vorgeschichtlichen Zeit nachweisen lassen, so ist die Annahme, daß solche auch im Harze vorhanden gewesen sein müssen, um so weniger gewagt, als der einzige dem Oberharze angehörende Fund aus der Steinzeit, ein gebrauchfertiges und gut erhaltenes Steinbeil aus nichtharzischem Gestein (Oberharzer Museum) gerade auf dem Brockenfelde gemacht ist, über das der „Heidenstieg“ lief, der später in den fahrbaren „Kaiserweg“ umgestaltet ward.
Abb. 27. Schloß Derneburg.
Im übrigen wurde in vorgeschichtlicher Zeit das Innere des Harzes und insbesondere der hohe Westharz mit seinen undurchdringlichen Urwäldern, seinem wegsperrenden Klippengewirr und seinen Gefahr drohenden Mooren wohl nur hin und wieder von einzelnen kühnen Jägern betreten, die Elch und Schelch, Ur und Wisent, Bär und Wolf bis in ihre geheimsten Schlupfwinkel zu verfolgen wagten.
Zu dauernder Ansiedelung aber konnten den Menschen der Steinzeit, dem Waldwirtschaft und Bergbau, die Vorbedingungen der späteren Besiedelung des eigentlichen Harzes, völlig fremd blieben, nur die dem Harze vorgelagerten Hügellandschaften und Flußebenen einladen.
Die Pfahlbauten in den Brüchen und trockenen Seen am Ostrande, die Feuerstätten unter dem Tropfsteinboden der Einhornhöhle, die zahlreichen in neuerer Zeit ausgegrabenen Wohn- und Grabstätten mit ihren Hausurnen und Steinkisten, die noch unverwischten Befestigungen mit all ihren wertvollen Funden reden eine gar deutliche Sprache, und eine Zusammenstellung der Orte, die durch ihren Namen als heidnische Opferstätten gekennzeichnet sind (Wodansberg, Hübichenstein, Thorsthor, Pholidi, d. i. Pöhlde, die Bocksberge und andre) ergänzt als zweite wichtige Urkunde jenen Bericht.