Hohnstein. Neustadt.
Der Hohnstein ist zwischen 1110 und 1130 von einem Grafen Konrad, dem Brudersohne Ludwigs des Springers von Thüringen, erbaut. Seit 1162 nannten sich die damit von Heinrich dem Löwen belehnten Ilfelder „Grafen von Hohnstein“. Nach dem Tode des letzten dieses berühmten und in seiner Glanzzeit reichbegüterten Geschlechts traten 1593 die ihm stammverwandten und erbverbrüderten Stolberger in den Lehnsbesitz ein. So kommt es, daß sowohl ein Stück der Grafschaft Stolberg-Wernigerode (Rotesütte, Sophienhof, Hufhaus), wie der Grafschaft Stolberg-Stolberg (die Gegend von Neustadt bis nach Urbach und Steigerthal nördlich von Heringen) innerhalb der Provinz Hannover liegt.
In der dunklen Nacht vom 14. auf den 15. September 1412 erstieg, von einem treulosen gräflichen Knechte geführt, Friedrich von Heldrungen mit seiner Fleglerbande die Burg, nahm den alten Grafen im Bette gefangen, und kaum gelang es dem jungen Grafen Heinrich IX., nur mit dem Hemde bekleidet, mit Hilfe seiner Gemahlin Margarete von Weinsberg, an einem Seile durch das Fenster zu entkommen. Und im Mai 1525 erstürmten die aufständischen Bauern die Burg, um den hierher geflüchteten Ilfelder Abt und dessen Eigentum zu holen. Aber beide Male schonten die Bauern die Burg. Erst der dreißigjährige Krieg brachte ihr das Ende: in der Christnacht des Jahres 1627 steckte sie der kursächsische Oberst Vitzthum von Eckstädt mittels großer Mengen ringsum gehäuften Wellholzes in Brand, und als die Neustädter herbeieilten, um die schauerlich ins Thal leuchtende Feste zu retten, ließ er sie durch Soldaten hinuntertreiben.
Abb. 113. Rathaus in Nordhausen.
Trotz der Trümmerhalde, die einem natürlichen Bergsturz gleich den 90 Meter hoch aus dem Thale aufsteigenden Burgfelsen umgibt, sind noch umfangreiche Teile, Mauern, vier Thore, Türme, die Umfassungsmauern vieler Gebäude, vorhanden, und die Bäume und Sträucher, die aus den Trümmern aufgeschossen sind, und der gewachsene Fels, der zwischen ihnen zu Tage tritt, verstärken den malerischen Eindruck.
Bei dem Dorfe Niedersachswerfen, das wir über den Flecken Neustadt (Abb. [111]) erreichen, wendet sich die Zorge bis Nordhausen südlich, um sich bald darauf in südöstlicher Richtung bei Heringen in die Helme zu ergießen.
Nordhausen. Josephshöhe. Stolberg.