Caspar Bernauer. Mich kümmern bei einem Turnier nur die Beulen und
Wunden, und die krieg ich hier schon zu sehen, denn man trägt mir die
Krüppel her!

Knippeldollinger. Aber der Herzog, der Herzog von Bayern-

Caspar Bernauer. Mich lüstet nicht nach seiner Bekanntschaft, und ich will ihm wünschen, daß er auch die meinige nicht suchen muß, denn dazu führt nur ein Rippenbruch! Heut abend ist das was anders.

Knippeldollinger. Denkt Euch, hinter der alten Klostermauer, wo mein
Vetter wohnt, hat man letzte Nacht einen Toten gefunden!

Caspar Bernauer. Da ist viel zu wundern! Kommen jemals
Reichsknechte nach Augsburg, ohne daß es etwas gibt?

Knippeldollinger. Wohl! Aber dieser ist so entstellt, daß man ihn gar nicht mehr erkennen kann!

Caspar Bernauer. So soll man drei Tropfen seines Blutes nehmen und sie um Mitternacht, mit einem gewissen Liquor vermischt, auf eine glühende Eibenkohle träufeln. Dann wird der Verstorbene im Dampf erscheinen, wie er leibte und lebte, aber in durchsichtiger Gestalt, gleich einer Wasserblase, mit einem dunkelroten Punkt in der Mitte, der das Herz vorstellt.

Knippeldollinger. Ei! Ei! Habt Ihr den Liquor?

Caspar Bernauer. Wenn Ihr ihn hättet, so ließet Ihr's durch den
Ratsweibel ausrufen!

Zehnte Szene