Albrecht. Da liegt der Herzog!—Habt ihr Augen? (Schnallt sein Schwert ab.) Und da der Ritter! Blumen her, daß ich sie vor ihr ausstreuen kann, wo ich sie finde! (Setzt ein Barett auf.) Wird mich nun noch jemand erkennen?
Törring. Ohne Schwert? Jeder wird sich zu täuschen glauben!
Albrecht (indem er abgeht). Freunde, habt Geduld mit mir! (Ab.)
Törring. Begreift ihr das?
Nothhafft von Wernberg. Herzog Ernst wird Augen machen! Der besinnt sich etwas länger, wenn sich's um den Verlust von fünfundzwanzigtausend Gulden handelt.
Frauenhoven. Brüder, richten wir nicht, daß wir nicht gerichtet werden! Das haben wir alle entweder hinter uns oder vor uns. Wenn ihr's noch nicht wißt, so seht ihr's jetzt, warum unsre Altvordern für das Weib den Namen Mannrausch erfanden! Doch diesen Rausch vertreibt man durchs Trinken, wie den andern durch Enthaltsamkeit; je tiefer der Zug, je rascher die Nüchternheit! Darum müssen wir ihm beistehen!
Nothhafft von Wernberg. Aber die absonderlichen Reden wollen wir uns merken, wir können sie einmal wieder ausspielen, sei's auch nur, um uns selbst unsrer Haut gegen ihn zu wehren. "Habt ihr Augen?—Blumen her!—Ich kenn euch nicht mehr!" Damit belad ich meinen Esel. Sammelt ihr auf, was heut abend abfällt, denn ohne Zweifel trifft der neue Adam seine Eva beim Tanz. Vielleicht ist's der Engel von Augsburg!
Törring. Der Engel von Augsburg?
Nothhafft von Wernberg. So nennt man hier eine Baderstochter, Agnes
Bernauer, deren Schönheit die halbe Stadt verrückt machen soll.
Wollen wir die Bude ihres Vaters einmal aufsuchen? Wir können uns
die Bärte stutzen lassen, und wer weiß, ob wir das Wunder bei dieser
Gelegenheit nicht zu sehen bekommen.
Frauenhoven. Topp!