Caspar Bernauer. Ich kenn's, wenn's auch lange her ist, daß ich selbst an dem Fieber litt! Eine treue, redliche Seele! (Er zieht etwas aus der Tasche.) Was hab ich da?
Agnes. Mein Kettlein! Aber, das hab ich ja gestern abend gleich wieder weggelegt!
Caspar Bernauer. Kann doch wohl nicht sein, denn Theobald hat's auf der Straße gefunden, als er hinter uns herschritt!
Agnes. Theobald?
Caspar Bernauer. Ja, den hast du ebensowenig gesehen, wie ich! Was sagst du? Der närrische Junge ist uns, solange die Reichsknechte hier sind, jeden Abend heimlich gefolgt, wenn wir das Haus noch verließen, und hat auf uns gewartet, bis wir wieder heimgingen. Nie hat er sich etwas davon merken lassen, und wenn ich's jetzt weiß, so kommt das daher, daß er deine Kette fand! Ist das einer?
Agnes. Es freut mich, daß er so an Euch hängt!
Caspar Bernauer. Nun dächt' ich, es wär' die beste Antwort für den tollköpfigen Herzog, wenn du dem Theobald rasch, noch heute morgen, ja augenblicklich die Hand reichtest! Du bist ihm ja doch den Finderlohn schuldig!
Agnes. Wie?
Caspar Bernauer. Ihr beide trätet ihm dann Hand in Hand entgegen,
ich aber stände segnend hinter euch und riefe ihm zu: So war's im
Himmel beschlossen, und was Gott zusammengefügt hat, das soll der
Mensch nicht scheiden!
Agnes. Vater!