Theobald. Ich weiß, Jungfer, ich weiß! Und ich fühl's ja auch, daß ich—Du mein Gott, ich darf ja nicht einmal von Unglück sprechen, Ihr könnt mir ja gar nicht beschieden sein, ich brauche Euch ja nur anzusehen, um das zu erkennen. Meister—darf ich ein wenig fortgehen? In einer Stunde bin ich wieder da, um diese Zeit kommen so nicht viele! (Er faßt Agnes Hand.) Agnes, ich wollte, ich könnt' einem andern meine Liebe zu Euch abtreten, nicht um mein Herz zu erleichtern, o Gott, nein, es wäre das größte Opfer, das ich bringen könnte, und ich brächte es nur, um Euch glücklich zu machen, aber glücklich würdet Ihr, das glaubt mir, wenn das, was (er schlägt sich auf die Brust) hier glüht, eine bessere Brust schwellte! (Ab.)
Fünfte Szene
Caspar Bernauer. Ich glaub's auch!
Agnes. Zürnt mir nicht, Vater! Hätt' ich geahnt-
Caspar Bernauer. Kein Wort mehr davon! Es ist nun, wie's ist! Wer kann gegen die Sterne! Aber mich graust, Agnes, wenn ich an deine Zukunft denke, denn (er zeigt auf ein Barbierbecken) so ein Ding und eine Krone—es geht nimmermehr gut!
Agnes. Ihr ließt mich vorhin nicht ausreden! Nicht Theobald, nicht irgendeinem könnt' ich meine Hand reichen-
Caspar Bernauer. Und warum nicht?
Agnes. Weil ich—Ich dürfte nicht!
Caspar Bernauer. So sitzt er dir schon im Herzen? Verflucht sei dies Turnier!
Agnes. Aber—Zu der Mutter aller Gnaden könnt' ich mich flüchten—ins Kloster könnt' ich gehen!