Frauenhoven. Ein Priester ist gefunden, der's mit dem jungen Herzog gegen den alten wagen will!
Nothhafft von Wernberg. Aber nur unter der Bedingung, daß es so lange als möglich Geheimnis bleibt!
Albrecht. Was sagst du dazu, Agnes?
Agnes. So lange nur Gott es weiß, wird keine meiner Ahnungen in
Erfüllung gehen!
Albrecht. Also! Wo und wann?
Frauenhoven. Heut abend, Schlag zehn, in der Kapelle der heiligen
Maria Magdalena. Aber wir müssen alle vermummt kommen, wie zum
Totendienst!
Albrecht. Gut! Und morgen nach Vohburg! Agnes, das ist ein rotes Schloß an der grünen Donau, womit meine Mutter—sie ruhe sanft und stehe fröhlich auf—mich für meine erste Schlacht belohnte! Gib acht, dort wirst du über dich selbst lachen, sooft du an diesen Morgen zurückdenkst, da gibt's mehr Lerchen, wie anderswo Spatzen, und in jedem Baum fast sitzt eine Nachtigall. Ich schenk es dir zum Leibgeding, nimm den lustigen Vogelkäfig unbesehens an, ich bitte dich, er wird dir gefallen, der Himmel schaut immer blau auf ihn herab, und wenn du dich über eine Gabe, die du noch nicht kennst, auf alle Gefahr hin dankbar bezeigen willst, so nenne mich zum ersten Mal du!
Agnes. Mein Albrecht!
Albrecht (sie in den Armen haltend). Du weinst dabei?
Agnes. Sollte es nicht nachbrennen? Euch—dir konnt' ich—Aber es schmerzte mich mehr um deinet-, als um meinetwillen, mir war, als wäre der funkelndste Stern über meinem Haupt auf einmal aus seiner Bahn gewichen, und ich hätte ihn in der Schaudergestalt, in der man sie hier unten zuweilen verlöschen sieht, zu meinen Füßen wieder getroffen! Nun ist mir dafür zumut', als hätt' ich schon jetzt mehr vom Leben, als mir gebührt!—Mein Vater!