Achte Szene
Albrecht. Ein wunderlicher Alter! Ganz wie ein welkes Blatt unter grünem Laub, das der Wind hängenließ!
Agnes. Er erinnert mich an meinen Vater! So wird der einmal aussehen!
Albrecht. Nun sind wir denn hier! Wie trieb er! Soviel ich ihm auch zugute halte, es verdroß mich fast, dies ewige Sich-in-den-Weg-Stellen und Klirren mit dem Schlüsselbund!
Agnes. Und ich schämte mich! Aber es rührte mich doch! Er kann keinen Flecken an seinem Herzog dulden, und er hielt mich für deinen Flecken!
Albrecht. Nun, ihr Wände? Wenn ihr Zungen habt, so braucht sie, damit ich endlich erfahre, warum wir gerade hierher zuerst kommen sollten! Ich glaubte, dieser sei eine überraschung zugedacht, aber ich sehe ja nichts!
Agnes. Schön ist es hier! Dies braune Getäfel ist so blank, daß es uns abspiegelt! Das ist gewiß Regensburger Arbeit! Und die bunten Glasfenster mit den vielen, vielen Bildern darin!
Albrecht. Ja, das machen sie jetzt am Rhein, seit sie in Köln den
Dom bauen! Lauter Legenden! Man wird heilig, wenn man durch solche
Scheiben sieht! Aber ich kann mir doch nicht denken, daß wir hierher
gerufen sind, um uns die zu erklären!
Agnes. Und die Aussicht! Oh!
Albrecht. Das alles ist jetzt dein! Aber freu dich nicht zu sehr! Du mußt auch manches mit in den Kauf nehmen. Zum Exempel den alten krüpplichten Baum da, und dort die Hütte ohne Dach!