Agnes. Fort, Mensch! Willst du deine Hand an die legen, die noch keiner, als dein Herzog, berührt hat? Nur dem Totengräber kann ich's nicht mehr wehren! (Sie schreitet zur Tür, bleibt dann aber stehen). Albrecht, Albrecht, was wirst du empfinden!

Preising. Ja! Ja! Und Ihr wollt diesen Stachel lieber in seine
Seele drücken, als—Noch ist's Zeit!

Agnes. Fragt ihn, wenn ich dahin bin, ob er lieber eine Unwürdige verfluchen, als eine Tote beweinen möchte! Ich kenne seine Antwort! Nein, nein, Ihr bringt Euer Opfer nicht so weit, daß es sich selbst befleckt. Rein war mein erster Hauch, rein soll auch mein letzter sein! Tut mir, wie Ihr müßt und dürft, ich will's leiden! Bald weiß ich, ob's mit Recht geschah!

(Sie schreitet durch die Häscher hindurch, Preising und Emeran
Nusperger zu Kalmperg folgen.)

Offenes Feld.

Vierte Szene

Herzog Ernst mit seinen Rittern und Reisigen, die man ziehen und sich ausbreiten sieht. Bauerhütten, wovon eine ganz in der Nähe ist.

Ernst (tritt mit Wolfram von Pienzenau, Ignaz von Seyboltstorff und
Otto von Bern hervor).

Ernst. Ihr, Pienzenau, reitet zu Haydeck! Er soll so weit vorwärtsgehen, als er kann! Ich muß hier haltmachen und auf den Kanzler warten.

Wolfram von Pienzenau (ab).