Gyges.
Der Ehrgeiz!

Thoas. Nun, du hast so viele
Kränze
Davongetragen—

Gyges. Daß
der Lorbeer sich
Vor mir nicht mehr zu fürchten braucht! Ich wollte
Nur zeigen, daß man Knochen haben kann,
Und Mark in diesen Knochen, wenn man auch
Die Saiten einer Zither nicht zerreißt,
Sobald man sie berührt. Dies weiß nun jeder,
Der es bisher vielleicht bezweifelt hat,
Und so ist's gut.

Thoas. Doch, warum schläfst du nicht?

Gyges.
Ei, warum trinkst du nicht?

Thoas.
Du standest wohl
Schon wieder auf?
Gyges. Wenn ich schon lag:
gewiß!

Thoas.
Das wüßt' ich eben gern! Denn, wenn er hörte,
Was ich gehört—Nun, nun, er wird wohl nicht!

(Langsam ab.)

Gyges.
Sie schlummert noch! Oh, wer sie wecken dürfte!
Das darf die Nachtigall, die eben jetzt
Noch halb im Traum ihr süßes Lied beginnt,
Das darf—Er kommt! Was denkt er wohl von mir?

Kandaules (tritt auf).
Sie wacht und stellt sich doch, als ob sie schliefe!—
Du, Gyges? Schon?—Wie, oder sag ich. Noch?
Doch nein, ich hab dein Wort!