Gyges.
Der König schlug mich tot und drückt der Leiche
Jetzt ein Juwel für's Leben in die Hand.

Thoas.
Ich kann dich nicht verstehn und werde melden,
Was ich gehört!—So komm mit mir zurück!

Lesbia.
Du siehst mich nicht zum zweiten Mal! Vergib,
Daß ich gesprochen, klingt es doch gewiß
In deinen Ohren rauh!

Gyges.
Nein, holdes Kind!
Stell dich nur hinter den Platanenbaum,
Und sprich, wie jetzt. Dann ruft ein heißer Jüngling:
Die erste Nachtigall, die nicht bloß singt!

Lesbia.
Du bist kein Jüngling!

Gyges.
Ich bin weniger!
Das siehst du ja! Zwar kam es mir schon vor,
Als sei ich nicht der Letzte in den Waffen,
Als hätt' ich dies und das getan, als zupfe
Mich keiner ungestraft mehr bei den Ohren,
Als rufe man mich gar, wenn just kein beßrer
Zu Haus sei, in der Stunde der Gefahr;
Doch das sind Knabenträume! Peitscht den Buben,
Er trank wohl Wein zur Nacht!

Lesbia.
Erst bringe mir
Ein Reis vom Lorbeerbaum, dann peitsch ich dich
Und winde dir nachher den Kranz!

Gyges.
So
hast
Du's mit geträumt? So wär's vielleicht gar wahr?,
Und doch den Hohn?

Lesbia.
Den Hohn? Wo ist denn Hohn?

Gyges.
Stehst du nicht da?