Thoas. Was sinnst du, Herr?

Kandaules.
Du wolltest mich
Ja fechten sehn, die Freude mach ich dir,
Doch dafür hebst du diese Krone auf
Und reichst sie dem, der übrigbleibt von uns!

(Zu Gyges.)

Wenn du das bist, so gönn ich's dir, und gern
Wird man auf deinem Haupt sie sehn!—Ei was,
Du wolltest sie nicht nehmen? Schäme dich!
Da käm' sie nur an einen schlechtern Mann!

Gyges.
Herr, schwör mir, daß du redlich kämpfen willst.

Kandaules.
Ich muß ihr zeigen, daß ich so viel Schönheit
Nicht leicht verliere. Darum schwör ich's dir.
Und du?

Gyges. Sie lebt und stirbt mit mir! Ich muß!
Und wenn ich auch bei jedem Streiche denke:
Viel lieber einen Kuß! so werde ich
Darum doch keinen mäßigen.

Kandaules.
So gib
Mir noch einmal die Hand!—Nun sei für mich
Ein Tiger, ich für dich ein Leu und dies
Der wilde Wald, in dem wir oft gejagt.

(Sie ziehen.)

Gyges.
Noch eins! Aus Scham hielt ich's zurück. Sie will
Sich mir vermählen, wenn du unterliegst.