Herodes.
Weswegen kamst du? Niemals sah ich dich
Bis jetzt in diesen Mauern.

Sameas.
Deshalb eben
Siehst du mich heut! Du hast vielleicht geglaubt,
Daß ich dich fürchtete! Ich fürcht dich nicht!
Auch jetzt nicht, wo dich mancher fürchten lernte,
Der dich bisher, ich meine, bis zum Tode
Des Aristobolus, nicht fürchtete!
Und nun sich die Gelegenheit mir beut,
Dir zu beweisen, daß ich dankbar bin,
Nehm ich sie wahr und warne dich mit Ernst
Vor einer Handlung, die der Herr verdammt.
Die Knochen dieses Weibes sind verflucht,
Sie hat die Rettung heidnisch abgewehrt,
Das ist, als hätte sie sich selbst getötet,
Und da—

Herodes.
Ein andermal! (Zu Serubabel.) Aus Galiläa!
Und Serubabel, der mich—Sei gegrüßt!
Du selbst bist schuld, daß ich dich jetzt erst sah!

Serubabel.
Viel Ehre, König, daß du mich noch kennst!
(Deutet auf seinen Mund.)
Nun freilich, diese beiden großen Zähne,
Die mich zum Vetter eines Ebers machen—

Herodes.
Mein eigenes Gesicht vergeß ich eher,
Als das des Mannes, der mir treu gedient!
Du warst, als ich bei euch die Räuber jagte,
Mein bester Spürhund. Was bringst du mir jetzt?

Serubabel (winkt seinem Sohn).
Nicht eben viel! Den Philo, meinen Sohn!
Du brauchst Soldaten, ich, ich brauche keine,
Und dieser ist ein Römer, aus Versehn
Durch ein ebräisch Weib zur Welt gebracht!

Herodes.
Aus Galiläa kommt mir nichts, als Gutes!
Ich lasse dich noch rufen.

(Serubabel tritt mit seinem Sohn zurück.)

Titus (tritt vor).
Ein Betrug,
Den ich entdeckte, zwingt mich—

Herodes.
Deck ihn auf!