Mariamne.
Das war verkehrt! Ich danke dir! Dies Amt
Ersah er für sich selbst!
(Sie schleudert den Dolch weg.)
Versucher, fort!
Alexandra.
Du wirst dich in der Römer Schutz begeben!
Mariamne.
Ich werde keinen, dem an sich was liegt,
Verhindern, das zu tun!—Ich selbst, ich gebe
Zur Nacht ein Fest!
Alexandra.
Ein Fest?
Mariamne.
Und tanze dort!—
Ja, ja, das ist der Weg!
Alexandra.
Zu welchem Ziel?
Mariamne.
He, Diener!
(Diener kommen.)
Schließt die Prunkgemächer auf
Und ladet alles ein, was jubeln mag!
Steckt alle Kerzen an, die brennen wollen,
Pflückt alle Blumen ab, die noch nicht welkten,
Es ist nicht nötig, daß was übrigbleibt!
(Zu Moses.) Du hast uns einst die Hochzeit ausgerichtet,
Heut gilt's ein Fest, das die noch übertrifft,
Drum spare nichts! (Sie tritt vor.) Herodes, zittre jetzt!
Und wenn du niemals noch gezittert hast!
Soemus (tritt zu ihr heran).
Ich fühle deinen Schmerz, wie du!
Mariamne.
Dein Mitleid
Erlaß ich dir! Du bist kein Henkersknecht,
Ich darf nicht zweifeln, denn du hast's gezeigt;
Doch dafür ein Verräter, und Verrätern
Kann ich nicht danken, noch sie um mich dulden,
Wie nützlich sie auch sind auf dieser Welt.
Denn das verkenn ich nicht! Wärst du der Mann
Gewesen, der du schienst, so hätte Gott
Ein Wunder tun, so hätte er der Luft
Die Zunge, die ihr mangelt, leihen müssen,
Das sah er gleich voraus, als er dich schuf,
Drum macht' er zu der Heuchler erstem dich!