Alexandra.
Mir gilt
Es gleich, aus welchem Grund: genug, du tratst
Zu mir herüber!

Soemus.
Fürchte keinen Kampf mehr,
Er ist so gut, als tot! Octavian
Ist kein Antonius, der sich das Fleisch
Vom Leibe hacken läßt und es verzeiht,
Weil er die Hand bewundert, die das tut!
Er sieht nur auf die Streiche.

Alexandra.
Was sagt Titus?

Soemus.
Der denkt, wie ich! Ich ließ den Sameas
Nur darum frei, weil ich zur Rechenschaft
Gezogen werden wollte. Konnt' ich doch
Nicht anders an die Königin gelangen!
Jetzt weiß sie, was sie wissen muß, und ist
Der Todesbotschaft, wenn sie kommt, gewachsen.
Das war mein Zweck! Welch edles Weib! Die schlachten!
Es wär' um ihre Tränen schad gewesen!

Alexandra.
Gewiß, ein zärtlicher Gemahl!—Such sie
Nur zu bereden, daß sie sich dem Schutz
Der Römer übergibt und komm aufs Fest,
Durch das sie mit Herodes bricht, er mag
Nun tot sein oder leben! (Ab.)

Soemus (ihr folgend).
Er ist tot!

Vierte Szene

Diener treten auf und ordnen das Fest an.

Moses.
Nun, Artaxerxes? Wieder in Gedanken?
Flink! Flink! Du stellst bei uns die Uhr nicht vor!

Artaxerxes.
Hättst du das jahrelang getan, wie ich,
So würd' es dir auch ganz so gehn, wie mir!
Besonders, wenn du alle Nächte träumtest,
Du hättst das alte Amt noch zu versehn!
Ich greif ganz unwillkürlich mit der Rechten
Mir an den Puls der Linken, zähl und zähle
Und zähle oft bis sechzig, eh' ich mich
Besinne, daß ich keine Uhr mehr bin!