14. Müller: Sammlung von Monogrammen. Elegante Monogramme in den verschiedensten Schriften.

Als Zugabe zum Studium des constructiven Elements ist noch Schreiber: das geometrische Zeichnen anzuführen.

Für den nicht ganz unerfahrenen Zeichner dürften Nr. 3 und 4 zunächst zu empfehlen sein, später je nach der individuellen Geschmacksrichtung 8, 9 und 11.

3. Plan und Anlage der Zeichnung.

Da es bei der eigenthümlichen Textur des Holzes wünschenswerth erscheint, gleich möglichst correct zu zeichnen, indem öfteres Verbessern und Wischen der Reinheit später anzuwendender heller Farbentöne leicht Eintrag thut, oder da, wo die Naturfarbe des Holzes beibehalten werden soll, ebenfalls besser vermieden wird, so überlege man, ehe man mit Uebertragung der Zeichnung beginnt, erst reiflich den ganzen Plan, überzeuge sich auch, ob die Kanten der Holzplatten rechtwinklig sind, da wo dies, wie es nicht selten vorkommt, nicht der Fall ist, bei dem Messen das Mißverhältniß auf die bestmöglichste Weise, gewöhnlich bei den äußersten Einfassungslinien, ausgeglichen werden muß. Von besonderer Wichtigkeit ist da, wo es sich, wie bei Mappen, Albumdecken etc., um größere Dimensionen handelt, die Beachtung der Größenverhältnisse. Ist man an die Größe der Holzfläche nicht gebunden, so thut man am besten, wenn man sich zu einer für den Gegenstand passenden, bereits vorliegenden, ornamentalen Darstellung entschließt und nach deren Größenverhältnissen die benöthigten Platten anfertigen läßt. Im gegentheiligen Falle aber und wenn man keine für die genaue Größe absolut passende Zeichnung zur Verwendung hat, ist man genöthigt, auf einem Blatt Papier, welches genau von der Größe der Holzplatte ist, eine Skizze zu entwerfen, um darnach arbeiten zu können. Wünscht man in solchem Falle Motive zu verwenden, welche in der Zeichnung vorliegen, aber nicht die nöthige Größe besitzen, so kann man sich in den meisten Fällen damit helfen, daß man die betreffende Fläche, z. B. wenn es sich um die Umrahmung handelt, durch besondere Eckverzierungen oder sonstige symmetrische Motive verkleinert, in welchen Fällen das obenerwähnte flache Maaßlineal gute Dienste leisten kann. Bei symmetrischen Motiven ist es selbstverständlich genügend, nur so viel zu zeichnen als man braucht, was häufig sich auf ein Viertel beschränken wird.

Wer kein sehr geübter Zeichner ist, dem rathe ich für die ersten derartigen Arbeiten vorzugsweise lineare Ornamente zu benützen, oder überhaupt solche, welche sich lediglich mittelst Lineal, Reißfeder und Zirkel herstellen lassen. Es ist dies keine so arge Beschränkung, als es auf den ersten Blick erscheinen mag, indem sich durch geschmackvolle Anordnung einiger wenigen linearen Motive und unter etwaiger Beihülfe einiger Ueberschneidungen schon recht wirksame Muster bilden lassen und sich außerdem für viele kleinere Gegenstände überhaupt nur derartige Motive eignen, welche dann bei entsprechender Farbengebung eingelegte Arbeiten täuschend nachahmen. Die geschmackvolle Wahl der Farben kommt hierbei nicht weniger in Betracht und mit wenigen contrastirenden Tönen, die Holzfarbe inbegriffen, welche sich jedoch nur in schmalen Linien etc. oder vielmehr nicht in größerer räumlicher Ausbreitung zeigen darf, erreicht man in der Regel größere Wirkung als mit Ueberladung. Motive dieser Art finden sich in allen genannten Musterbüchern, und können solche mit Geschick und Geschmack leicht vielfältig variirt werden so in Racinet, Taf. 1. 5. 10. 29. 36. 37. 45. 46 etc. und Owen Jones, Taf. 7 bis 11, 13. 15. 25. 35. 39. 43. 45. 59. 64, 65, wobei wie bereits bemerkt, die Töne mehr den Holzfarben anzupassen sind.

Abgesehen von den anzuwendenden Motiven ist bei Anlage derartiger Arbeiten besonderes Augenmerk auf die Gliederung der Fläche und die geschmackvolle Ausfüllung des Raumes zu richten. Im Allgemeinen dürfte es sich empfehlen, eine rahmenartige mehr oder weniger reich gegliederte Einfassung anzubringen, welche einen größeren Raum umschließt, der in seiner Mitte ein Wappen, eine Cartouche, ein Monogramm etc. etc., oder kleinere figürliche symbolische Darstellungen enthält. Der Grund dieses inneren Raumes wirkt nicht selten als tiefschwarze Fläche äußerst günstig. Anderweitige Theilungen der Fläche, Zwei-, Drei-, Vier-Theilung etc. etc. sind selbstverständlich nicht ausgeschlossen. Geschmackvolle Muster derartiger Gliederungen findet man in Zahn’s Musterbuch.

Außer diesen kleineren figürlichen Darstellungen, wie symbolische Zeichen aller Art, Wappen, Monogramme etc. etc. etc., welche Beziehungen auf Empfänger oder Geber vermitteln, lassen sich auch kleine Photographien von antiken Büsten und Statuen (z. B. in Medaillons), welche man unaufgezogen bestellt, sorgfältig ausschneidet und mit weißem Leim auf die betreffende, noch rohe Stelle klebt, vortheilhaft anbringen. Auf schwarzem Grunde nehmen sich solche ganz besonders gut aus.

Für geübte Zeichner läßt sich selbstverständlich keine Grenze ziehen und werden solche deßwegen die linearen Ornamente doch nicht verschmähen, wenn sie vielleicht auch häufiger die reichen Renaissance- und andere vielgestaltige Ornamente, wie sie obengenannte Werke bieten, benutzen werden. Da nun Ornamente, welche sich in derselben Größe verwenden lassen, einfach durchgepaust werden, so könnte es wohl einem wenig geübten Zeichner beikommen, auch einmal eine reiche Renaissance- oder eine maurische Decoration auf Holz zu übertragen, allein ich bemerke, daß hier der besondere Umstand zu berücksichtigen ist, daß das Holz nicht selten — aus welchem Grunde weiß ich nicht — die Pause überhaupt ungern und stellenweise sogar nur sehr schwer und höchst undeutlich und lückenhaft annimmt, so daß mitunter nur die Hauptanhaltspunkte haften und man dann gezwungen ist, fast ohne Pause zu zeichnen, wenigstens stellenweise. Nun erfordern aber alle ornamentalen Malereien eine äußerst sorgfältige Zeichnung und schwierige Motive in mangelhafter Zeichnung würden unter dem Pinsel jedenfalls nicht eben schöner werden, und die vielleicht sehr mühevolle Arbeit würde schließlich eine unansehnliche und vollständig werthlose sein. Der Anfänger wird übrigens schon nach seinen ersten Arbeiten den hohen Werth selbst ganz einfacher Motive vollständig erkennen.