Um noch einen weiteren Anhaltspunkt zu bieten, will ich nachstehend den Gehalt der 20 Fächer eines für das Malen im Freien eingerichteten Blechkastens angeben, mit welchem ich noch nie in Verlegenheit gerathen bin. Wo eine Nummer zwei Farben enthält, sind in der betreffenden Abtheilung zwei halbe Näpfchen enthalten: 1) Cobalt, 2) French Blue, 3) Indigo, 4) Payne’s Grey — Neutral Tint, 5) Lamp Black — Blue Black, 6) Chrimson Lake, 7) Brown Madder, 8) Rose Madder, 9) Indian Red — Vermilion, 10) Light Red, 11) Gamboge, 12) Indian Yellow, 13) Yellow Ochre, 14) Raw Sienna — Raw Umber, 15) Naples Yellow — Chinese White, 16) Burnt Sienna, 17) Vandyke Brown, 18) Sepia — Burnt Umber, 19) Brown Pink, 20) Oxyde of Chromium — Emerald Green. Zu diesem Kasten schafft man sich noch das Wassergefäß an, welches in einem köcherartigen Behälter steckt, dessen beide Theile an den geöffneten Kasten gehängt und dann mit Wasser gefüllt werden.

Eine auf langjährige Erfahrung basirte, vorzugsweise für Personen, welche viel und dabei oft im Freien malen, geeignete und zugleich möglichste Vollständigkeit anstrebende Zusammensetzung ist folgende, welche ich kürzlich den Herren Dr. F. Schönfeld & Co. angegeben habe.

  1. in Tuben: 1) Chrimson Lake, 2) Brown Madder, 3) Rose Madder, 4) Indian Yellow, 5) Gamboge, 6) Yellow Ochre, 7) Burnt Sienna, 8) Vandyke Brown, 9) Brown Pink, 10) French Blue, 11) Cobalt, 12) Chinese White.
  2. in ganzen Näpfchen: 1) Indigo, 2) Light Red.
  3. in halben Näpfchen: 1) Neutral Tint, 2) Payne’s Grey, 3) Lamp Black, 4) Blue Black, 5) Indian Red, 6) Vermilion, 7) Raw Sienna, 8) Raw Umber, 9) Naples Yellow, 10) Lemon Yellow, 11) Sepia, 12) Burnt Umber, 13) Oxyde of Chromium, 14) Emerald Green, 15) Purple Madder, 16) Prussian Blue, 17) Mars Orange, 18) Aureolin, 19) Grünblau Oxyd, 20) Red Lead.

Diese Zusammenstellung, welcher Kenner Beifall zollen werden, wenn auch der eine diese, der andere jene Farbe als überflüssig oder fehlend bezeichnen dürfte, läßt sich selbstverständlich auch auf Farben in Tafelform etc. anwenden und je nach besonderen Bedürfnissen ergänzen. Dieselbe enthält aber alles was man selbst bei ausgedehnterer Praxis wünschenswerth finden wird.

Schließlich möchte ich ganz besonders das Reinhalten der Farben und Pinsel, wie der Palette empfehlen, obgleich die Meinung, eine recht schmierige Palette und gründliche Unordnung in den Utensilien begründe ein gewisses künstlerisches oder geniales Ansehen, ziemlich verbreitet ist. Reine Waschungen von Tönen lassen sich überhaupt nur mit frisch aufgeriebenen Farben herstellen, nicht aber mit alten, bereits mehrfach naß gewesenen Resten, welche sich bei Zusatz von Wasser in der Regel zersetzen. Es fällt mir hierbei ein, daß Künstler auf Anfragen nach einem gewissen Farbenton eines Bildes nicht selten mit der Angabe antworten, daß sie das Bild mit dem „Schmutz“ oder den Resten auf der Palette gemalt hätten. Beruhen derartige Angaben auf Wahrheit, so sind eben gerade die für die betreffende Stimmung passenden Farben auf der Palette gewesen; allein mit beliebigen Farbenresten kann man deßwegen noch kein Bild von bestimmtem Colorit zu Wege bringen, wenigstens in weitaus den meisten Fällen nicht.


II. Die Farbentheorie.

Einen ersten Einblick in die Zusammensetzung der Farben möge folgende kurze Skizze bieten: Man unterscheidet dreierlei Farben, primäre, sekundäre und tertiäre. Die drei primären Farben sind Gelb, Roth und Blau. Sie repräsentiren natürliche, klare und prismatische Farben und können nicht durch Combination dargestellt werden.