Außer den von mir im Vorwort zur ersten Auflage bereits namhaft gemachten Quellen, nämlich: den Dokumenten des englischen Staatsarchivs (State Paper Office), mehr als fünfzig handschriftlichen Tagebüchern und Briefen deutscher Soldaten und Offiziere, den amtlichen braunschweigischen Berichten und den englischen Parlamentsverhandlungen habe ich für die vorliegende Auflage noch benutzt: die aus vier Foliobänden bestehenden handschriftlichen Manual-Akten des anspachischen Ministers von Gemmingen, „betreffend den zwischen Ihro Königlichen Großbritannischen Majestät und Serenissimo abgeschlossenen Subsidien-Traktat und was dahin einschlägt.“ Diese wertvolle Sammlung bot mir eine reiche Ausbeute von Privatbriefen, amtlichen Berichten und öffentlichen Kundgebungen, unter welchen letzteren ich einen äußerst wichtigen, bisher noch nirgend gedruckten Brief Friedrich's des Großen an den Markgrafen ganz besonders hervorhebe. Außerdem habe ich auch aus den anspacher Akten manche an sich zwar untergeordnete, aber für die geschilderte Zeit charakteristische kleine Thatsachen mitgetheilt, welche den Gang der Geschichte, die Motive der handelnden Personen und die Stellung ihrer Untergebenen besser veranschaulichen als Staatsschriften oder sonstige öffentliche Urkunden. Auch in dem von mir eingesehenen Tagebuche eines zerbster Offiziers fand ich einige wertvolle Züge zu dem Bilde, welches ich von den Zuständen in Anhalt-Zerbst entworfen habe.

Meine Bemühungen, die ehemaligen hessischen Archive zu benutzen, sind leider fast ganz erfolglos gewesen. Trotz der sorgfältigsten und zuvorkommendsten amtlichen Nachforschungen, waren in Kassel keine Aktenstücke mehr zu finden, welche auf die Theilnahme hessischer Truppen am amerikanischen Kriege Bezug haben; dasselbe war in Hanau der Fall. Seit dem Sommer 1873 sind die Akten der kurhessischen geheimen Kriegs-Kanzlei dem Provinzial-Archiv in Marburg einverleibt worden. Allein auch hier war die Ausbeute gering. Die auf mein Gesuch von Marburg hierher gesandten Akten habe ich im hiesigen Geheimen Staatsarchiv eingesehen. Sie enthalten Briefe und Theile einer regelmäßigen Korrespondenz des Landgrafen mit seinen Generalen und Obersten in Amerika, sowie einige Berichte der letzteren, und werfen einige nicht uninteressante Streiflichter auf die mich beschäftigende Periode, enthalten aber sonst nichts Neues oder Bedeutendes.

Ich sage den Herren Beamten des Geh. Staatsarchivs für ihr freundliches Entgegenkommen meinen verbindlichsten Dank.

Um Raum für die neu aufgefundenen, interessanten Materialien zu gewinnen und um den Rahmen dieser Schrift nicht zu sehr zu erweitern, habe ich in den Anhang, welcher in der ersten Auflage über siebenzig Seiten einnimmt, nur die wichtigsten Briefe und Dokumente aufgenommen; dagegen andere Aktenstücke und die Zusammenstellung der englischen Zahlungen an die deutschen Fürsten, wie sie sich in den Bänden 35–40 der Journals of the House of Commons finden, ganz weggelassen. Aus demselben Grunde der Raumerspaniß sind auch die Zitate in der gegenwärtigen Auflage nicht wiederholt, zumal die von ihnen nachgewiesenen Quellen den meisten Lesern nicht zugänglich sind.

Berlin, 13. April 1874

Friedrich Kapp.


[Inhalts-Verzeichniß.]

[Erstes Kapitel.]Seite
Geschichtlicher Rückblick auf das Söldnerwesen1–22
[Zweites Kapitel.]
England's vergebliche Bemühungen um Truppen in Rußland und Holland. Uebernahme von fünf hannoverschen Bataillonen23–31
[Drittes Kapitel.]
Der Vertrag mit dem Herzog von Braunschweig. Personen und Zustände in Braunschweig31–48
[Viertes Kapitel.]
Die Verträge mit dem Landgrafen von Hessen-Kassel. Personen und Zustände in Kassel48–70
[Fünftes Kapitel.]
Die Verträge mit dem Erbprinzen von Hessen-Kassel und dem Fürsten von Waldeck. Personen und Zustände in Hanau und Arolsen71–86
[Sechstes Kapitel.]
Anerbietungen von Bayern und Würtemberg. Personen und Zustände in München und Stuttgart. Gescheiterte Hoffnungen87–106
[Siebentes Kapitel.]
Der Vertrag mit dem Markgrafen von Anspach. Personen und Zustände in Anspach und Bayreuth107–131
[Achtes Kapitel.]
Zusatz-Vertrag mit dem Erbprinzen von Hessen-Kassel. Vertrag mit Anhalt-Zerbst. Ein fürstlicher Narr131–147
[Neuntes Kapitel.]
Truppentransporte. Landesväterliche Fürsorge. Friedrich der Große und der Soldatenhandel. Folgen seiner Politik147–177
[Zehntes Kapitel.]
Das englische Parlament, die öffentliche Meinung Europa's und deutsche Stimmen über den Soldatenhandel177–207
[Elftes Kapitel.]
Gewinn- und Verlust-Konto. Charakteristik der deutschen Soldaten. Seume208–227
[Zwölftes Kapitel.]
Charakteristik der deutschen Offiziere. Das Haus Rothschild. Tapferkeit Einzelner. Gneisenau. Versöhnender Schluß227–242
[Anhang,]
enthaltend Briefe und Dokumente243–259